Schreibblockade lösen: Die einzigen Waffen, die Du brauchst

In Deinem Luftschloss steht eine komplette Bibliothek. Texte und ganze Bücher hast Du selbst geschrieben: zum Weltverbessern, voller kluger Gedanken, elegant formuliert, herrlich witzig – und leider nur in Deinem Kopf. Niemand wird diese Bücher je lesen, wenn Du sie da nicht rausbekommst. Aber wie?

Schreibblockaden sind richtige Biester. Aber es gibt zwei Waffen, die sie garantiert auflösen. Hier erfährst Du welche das sind (+ Strategie).

Auch wenn es vielleicht paradox klingt: Ich weiß genau, wie sich das anfühlt. Und daran erkennst Du schon, dass diese Art von geistiger Aktivität, die nur heiße Luft und Frustration produziert, nichts mit Berufserfahrung zu tun hat. Fast jeder, der schreibt oder schreiben möchte, kennt das.

Du kannst schreiben. Wo liegt also das Problem?

Wenn Du Zugang zu einem Laptop oder einem Smartphone hast, kannst Du tippen. Wenn Du es nicht tust, hast Du eine „Schreibblockade“.

Aber Vorsicht: Sobald wir uns darauf „ausruhen“, dass wir eine Schreibblockade haben, geben wir die Kontrolle an sie ab. Wir sind dann darauf angewiesen, dass sie beschließt, sich vom Acker zu machen.

Eine Schreibblockade ist aber keine Erkältung. Du kannst Dich nicht ins Bett legen und warten, bis sie „auskuriert“ ist. Denn sie ist hartnäckig. Sie bleibt selten nur ein paar Tage. Oft bleibt sie Wochen, in vielen Fällen ein ganzes Leben. Und mit dem Menschenleben stirbt dann auch die Bibliothek im Luftschloss, die niemals jemand lesen wird.

Ich finde diese Vorstellung furchtbar. Du auch? Sehr gut! Jetzt wappnen wir Dich für den Kampf.

Die einzigen Waffen gegen Schreibblockaden, die Du jemals brauchen wirst.

Schreibblockaden sind richtige Biester. Die gute Nachricht: Wie jedes Biest sind sie verwundbar. Und um sie zu schlagen brauchst Du nur zwei Waffen.

Aber bevor wir dazu kommen: Lass uns den Feind kurz genauer kennenlernen.
Stelle Dir die Schreibblockade bildlich vor. Ist sie ein Brett, das Dir jemand an die Stirn gehämmert hat, damit klare Gedanken draußen bleiben? Ist sie ein Moor, in dem Du verzweifelt auf der Stelle watest, um den Laptop zu erreichen? Hat sich ein Sumo-Ringer auf Deinen Brustkorb gesetzt, und Du kommst einfach nicht aus dem Bett?

Male Dir die Situation ganz genau aus. Wenn Du das Gefühl hast „Ja, genauso fühlt es sich an!“, dann forsche da weiter. Je präziser Du Dir die Schreibblockade vorstellen kannst, desto gezielter kannst Du sie bekämpfen.

Bereit? Dann geht’s jetzt zu Deiner Ausrüstung.

Waffe #1 gegen jede Schreibblockade: Klarheit

Wenn Du keine konkrete Strategie hast, kannst Du nur sinnlos um Dich schlagen.

Um genug Klarheit zum Schreiben zu haben musst vor allem zwei Dinge wissen:

  1. Wen will ich womit erreichen?
  2. Welche formalen Vorgaben hat die Textform?

Sollte Dir das klar sein, überlege:
Weißt ich genug über mein Thema? Oder habe ich vielleicht sogar zu viel recherchiert?
Und ganz grundsätzlich: Kenne ich die sechs Schritte, um einen Text zu schreiben?

Die Schreibblockade liebt es, wenn Du nicht genau weißt, was Du tust.

So kann sie Dich ultimativ lähmen. Sobald Du aber Klarheit hast, schwächelt sie. Je mehr Klarheit, desto eher taumelt sie zum nächsten Opfer.

Waffe #2 gegen jede Schreibblockade: Courage

Irgendwo gibt es einen Teil in Dir, der Angst hat. Aber wovor?

Hast Du Angst, Deine Leser könnten Dich nicht ernst nehmen? Angst, für etwas einzustehen? Schlecht zu schreiben? Nicht genug zu wissen? Von anderen kritisiert zu werden? Fürchtest Du vielleicht – und das ist sehr weit verbreitet – Dein eigenes Urteil über Dich selbst?

Warum genau zittern Deine Hände, wenn Du ans Schreiben denkst?

Auch hier wird Dir Klarheit helfen. Nur wenn Dir bewusst ist, was genau Du befürchtest, kannst Du gezielt Courage entwickeln.

Das Lampenfieber hält den Musiker nicht davon ab, auf die Bühne zu gehen. Im Gegenteil! Es beflügelt ihn und lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Musik. Genauso geht es Autor*innen, die Texte veröffentlichen. Die meisten von ihnen haben Angst. Das gehört dazu.

Trotzdem zu schreiben und zu veröffentlichen – das ist Courage.

Deine Strategie gegen die Schreibblockade

Völlig egal, wo Dich die Schreibblockade gerade im Schwitzkasten hat: Du kannst sie immer ganz einfach mit ihren eigenen Waffen schlagen.

Schnapp‘ Dir Papier und Stift oder ein öffne ein Textprogramm.

Fühle schreibend in Dich hinein.

  • Beschreibe, wie sich die Schreibblockade anfühlt, welchen Charakter sie hat.
  • Überlege schreibend, wo es Dir an Klarheit fehlt.
  • Taste Dich schriftlich an Deine Angst heran. Schreibe auf, was Du sonst nicht auszusprechen wagst (Du kannst es ja später löschen oder verbrennen). Erschreibe Dir die nötige Courage, Worte aufs Papier zu bringen. Ganz egal, welche.
  • Beantworte Dir schreibend Fragen wie: „Was mache ich hier eigentlich?“ „Was wollen meine Leser von mir?“ „Warum habe ich statt zu schreiben das Bad geputzt?“

Es gibt hier kein „Richtig“ und kein „Falsch“. Hauptsache, Du schreibst!

Und wo Du schon dabei bist:
Schreibe doch direkt mal zwei Sätze zu Deinem Thema auf.

Oder Du startest gleich hier und verrätst mir:

Wie hat sich die Schreibblockade in Deinem Leben breitgemacht?

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