Dein Sachbuch schreiben: 7 bewährte Schritte für künftige Autor*innen

Sachbuch schreiben

Du bist Expert*in – und die Welt soll es erfahren.

Wie wär’s mit einem gleißenden Scheinwerfer, den Du auf Dich und Dein Business richtest? Gute Idee?

Dann schreib ein eigenes Sachbuch.

Aber bevor Dich gleich das Lampenfieber überfällt: Lass uns kurz klären, warum Du ein Sachbuch, Ratgeber oder Fachbuch schreiben solltest.

Ein veröffentlichtes Buch untermauert Deine Expertise, lockt Kund*innen und legitimiert Preiserhöhungen. Klar, oder? Aber was es Dir auch schenkt, sind Einsichten. Du tauchst tiefer in Dein Thema ein. Du lernst dazu und wirst noch mehr Expert*in, als Du eh schon bist.

Es lohnt sich also. So richtig.

Sorg Dich nicht um das Wie: Wir fangen ganz locker an. Schritt für Schritt führe ich Dich durch den Prozess von den ersten Ideen zum veröffentlichten Buch.

Lass uns also erstmal die Lage sondieren.

#1: Fang an – und sag 4 Mal „Ja!“

Wie schreibst Du ein Sachbuch? Ich zeig Dir den kürzesten Weg – in 7 Schritten. Mit kompletter Anleitung für Dein Konzept, Tipps zur „richtigen“ Motivation, Schreibroutine, Überarbeitung und Veröffentlichung. #indeinenworten

Kann jede*r ein Sachbuch schreiben?

Selber ein eigenes Buch zu schreiben ist nicht ohne. Manche Schreibende haben mehr Talent als andere. Aber, so paradox es auch klingt: Du brauchst fürs Schreiben kein Talent.

Autor*innen sind auch nur Menschen, die atmen, aufstehen (vielleicht nicht morgens, aber irgendwann schon), essen und schlafen. Sie haben allerdings das Schreiben wie ein Handwerk gelernt.

Und Du kannst das auch!

Es gibt Strategien, bewährte Prozesse und Anleitungen (wie diese hier), die Dich dabei unterstützen. Nicht zuletzt kannst Du Dir für Dein Sachbuch auch Hilfe holen.

Die wenigsten Autor*innen veröffentlichen ihre Bücher im Alleingang. Ganze Berufsgruppen leben davon, dass scheinbar eine einzelne Person ein Buch veröffentlicht:

Die Frage ist also eher: Willst die Herausforderung „eigenes Buch schreiben“ annehmen?

Willst Du wirklich Autor*in werden? Erspüre, was Dich antreibt

Es gibt viele Gründe, ein Buch zu schreiben. „Geld verdienen“ sollte aber keiner davon sein. Mit Büchern wird kaum jemand reich. Das bestätigen auch Autor*innen, die für renommierte Verlage schreiben.

Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen:

  • Du bist bekannt, hast einen renommierten Verlag im Rücken und kannst davon ausgehen, 100.000 Exemplare zu verkaufen. So viele sollten es nämlich sein, um einen Bestseller zu landen.
  • Du hast eine große Community und bist fit in Sachen Online-Marketing und Launchen. Dann ist die Rechnung einfach – Deine Conversion Rate verrät Dir, wie viele Exemplare Du voraussichtlich verkaufen wirst.

Allen anderen rate ich dazu, aus anderen Gründen ein Sachbuch, Ratgeber oder Fachbuch zu veröffentlichen.

Bitte wähle ein Warum, das Dir wirklich am Herzen liegt. Besonders toll ist es natürlich, wenn Du mit Deinem Sachbuch etwas Gutes bewirken möchtest. Auch „Reichweite steigern“ oder „Renommee stärken“ können gute Gründe sein.

Aber spür gerne tiefer. Denn Dein Warum sollte Dich durch den gesamten Schreib- und Veröffentlichungs-Prozess tragen.

Je stärker Dein Warum, desto mutiger bist Du und kannst am Schreibprozess wachsen.

Bist Du bereit, Dich hinzugeben? Diese Ressourcen brauchst Du

Es gibt Tausende an Schubladen, in denen halbfertige Manuskripte modern. Es gibt unzählige vergessene Manuskript-Dateien auf Laptops. Ich wette, die Hälfte von ihnen liegt da, weil die Autor*innen den Aufwand unterschätzt haben. Und aufgaben.

Was meine ich mit „Aufwand“?

Jedes Buch bringt eigene Herausforderungen mit sich. Aber es gibt zwei Herausforderungen, die sich zuverlässig vor (fast) allen Autor*innen aufbauen. Dabei ist es egal, ob die schon Bücher geschrieben haben oder nicht.

1. Das Mindset

Wie stellst Du Dir Autor*innen bei der Arbeit vor? Ich gestehe, dass ich den Beruf – so erfüllend ich ihn immer noch finde – lange idealisiert habe. An meinem Bohème-Schreibtisch sinnierend schreibe ich erquickliche Gedanken nieder, nur der Bildschirm und der Vollmond beleuchten meine flinken Finger, neben mir ein Glas Wein. Du merkst, das volle Programm 🙂

Dann knallte ich innerhalb von zwei Jahren mehrmals auf den harten Boden der Praxis. Sprich: Ich schrieb ein besonders anspruchsvolles Sachbuch. Als ich endlich das Manuskript abgab, schrieb ich den Blogartikel, den ich gerne selber am Anfang gelesen hätte:

Hast Du das Mindset, Autor*in zu werden? 7 Fragen verraten es Dir

Ich hoffe, er kann Dich auf Dein Buch-Projekt einstimmen.

Tipp: Überleg Dir jetzt schon, welche Hindernisse auftauchen könnten. Mit welchen Zweifeln und Hürden könntest Du Dich selbst blockieren? Notiere Dir Gegenargumente und Mutmach-Strategien.

2. Raum und Zeit

Ein Buch nimmt Raum ein. Damit meine ich nicht das physische Buch, das im Regal steht. Dein Buch wird sich in Deinem Kopf entfalten, oft Deine Gedanken steuern. Das bedeutet, dass Du weniger geistigen Raum für andere Projekte hast. Und wenn Du Dein Buch auch wirklich schreibst, bedeutet es, dass Du außerdem weniger Zeit für andere Dinge hast.

Entscheide Dich deshalb dafür, eine Zeitlang einige Projekte zurückzufahren oder erstmal ganz loszulassen. Nur so räumst Du Deinem Buch den Platz ein, den es braucht.

Hast Du ein konkretes Ziel? Ermittle erste Kriterien für Dein Buch

Jetzt, am Anfang Deines Buch-Projekts, musst Du noch nicht den unumstößlichen Plan schmieden. Aber es hilft, wenn Du Dir erste Gedanken darüber machst, wie Dein Buch konkret aussehen soll.

Je spezifischer Du es Dir vorstellen kannst, desto eher wirst Du Dein Buch wirklich schreiben.

Dein To-Do: Lies Dir diese beiden Artikel durch und mach Dir erste Notizen:

#2: Nutze Storytelling, um Dich zu motivieren und durchzuhalten

Vielleicht fühlt sich das Buch-Projekt jetzt überwältigend an. Ein bisschen hab ich es auch beabsichtigt. #sorrynotsorry

Ich halte nichts von diesen Versprechen, innerhalb von zwei Wochen ein Buch schreiben. Sie sind unseriös.

Du kannst jedoch von Anfang an dagegen steuern, indem Du inspirierende Weichen Richtung Sachbuch-Erfolg legst.

Wie wär’s, wenn wir Dein Buch-Projekt in ein Erlebnis verwandeln, das richtig Spaß und Dich stolz macht? Ein Erlebnis, das Dir hilft, das Schreiben nicht als weiteren Punkt auf der To-do-Liste zu sehen – sondern Dich beflügelt.

Dein Buch kann nämlich beides sein: lästige Pflicht oder elektrisierendes Abenteuer. Du selbst entscheidest, wie Du diese intensive Zeit gestaltest.

Wenn Du Dich fürs Abenteuer entscheidest, kannst Du sogar Deine Storytelling-Skills trainieren.

Wie das?

Werde zur Heldin oder zum Helden.

Ich erklär’s Dir – immerhin sind wir beim Thema Storytelling – mit einer kleinen Geschichte. Vielleicht erinnerst Du Dich an den Film „Mulan“:

Die Hunnen stürmen die Chinesische Mauer. Um sein Land zu verteidigen befiehlt der Kaiser, einen Mann aus jeder Familie einzuziehen – für Mulans Sippe ein Problem: Der einzige Mann ist der greise Vater. Humpelnd aber aufrecht nimmt er den Einberufungsbescheid entgegen. In der Nacht vor seiner Abreise beschließt Mulan, sich als Mann auszugeben und statt ihres Vaters ins harte Ausbildungslager einzutreten.

Wie wird aus dem Mädchen ein Soldat, der letztendlich ganz China rettet? In gerade mal dreieinhalb Minuten? Die Zeit wird natürlich gerafft. In schnellen Szenen, unterlegt mit inspirierender Musik sehen wir Mulans Scheitern und ihre Entschlossenheit. Wir sehen, wie sie kämpft und letztendlich alle überflügelt.

Klar, Mulan hat es nicht leicht. Aber vom Sofa aus, mit Chips im Mund, sieht ihr Vorhaben machbar aus. „Ja, nicht aufgeben, du schaffst das!“, fiebern wir mit. Und wir wollen auch.

OK, vielleicht nicht China vor den Hunnen retten.

Aber etwas schaffen, das uns am Herzen liegt. Allen Widrigkeiten zum Trotz.

Gutes Storytelling macht nicht nur Deine Texte besser. Sondern auch das Schreiben an sich.

Stell Dir vor, Du bist die Heldin oder der Held Deiner Story. Dein Sachbuch schreiben? Mach daraus eine Story: mit Zweifeln, Fortschritten, Rückschlägen, Erfolgen, einem mitreißenden Soundtrack. Natürlich mit Dir in der Hauptrolle.

Das könnte so aussehen:

So vieles spricht dagegen, dass Du Dein Buch endlich (zu Ende) schreibst: das nächste große Projekt, doch noch den interessanten Kunden annehmen, Zeit ist später. Anders als im Film funkt auch noch das ganz normale Leben dazwischen: Spülmaschine ausräumen, Rechnungen schreiben und mit der Versicherung telefonieren, schnell noch Abendessen vorkochen.

Aber dann kommt der Auslöser – vielleicht ist es dieser Artikel – und schiebt Deine Augenlider auseinander. Du erkennst: Dein Buch schreibt sich nicht von allein. Nur Du kannst das machen. Und es muss im Jetzt, in der Realität stattfinden.

Du planst Dein Buch-Projekt in Deinen Arbeitsalltag ein. Du schreibst ein Konzept (s. nächster Punkt). Du stürzt Dich in die Arbeit. Am Ende bist Du so gut vorbereitet wie Erin Brockowich auf die Konfrontation mit einem Großkonzern.

Dein nächstes To-Do: Finde ein Lied, das den Geist Deines Buches erfasst. Es sollte ein Lied sein, das Dir Mut macht. Ein Lied, das Dich lange trägt und Dein Triumphgefühl musikalisch untermalt (Flashdance anyone?). Ein ganzer Soundtrack tut’s natürlich auch.

#3: Schreib ein Sachbuch-Konzept – in 30 Tagen (+ Anleitung)

(Mit dieser Anleitung kannst Du ein kleineres Buch-Projekt gut planen. Wenn Du ein aufwändigeres Sachbuch oder einen umfassenderen Ratgeber schreiben möchtest, schau Dir gern meinen Online-Kurs, das K-Projekt, an.)

Stell Dir vor, Du hast ein umfangreiches Manuskript geschrieben. Und dann stellst Du fest: Du findest keinen roten Faden. Die Testleser*innen verstehen nicht, was Du von ihnen willst. Das Buch gibt es schon so ähnlich auf dem Markt.

Frustrierende Erlebnisse dieser Art möchte ich Dir ersparen. Deshalb rate ich Dir, zuerst ein richtig gutes Fundament für Dein Buch zu legen. So nimmst Du die Autobahn, statt Schleifen auf der Landstraße zu drehen.

Gib Dir 30 Tage Zeit. Für jeden Tag bekommst Du von mir eine kurze Aufgabe. Du musst Dich nur von Tag zu Tag zu hangeln. Danach steht Dein Buch-Konzept.

Das brauchst Du:

  • Dich! Du spielst die Hauptrolle.
  • Einen Monat.
  • Ein oder mehrere Settings: Wo und wann wirst Du an Deinem Konzept arbeiten? Im Schaukelstuhl kurz nach der Mittagspause, im Café mit Blick über die Stadt, am Küchentisch, wenn alle schlafen?

Leg das Startdatum jetzt fest.

Phase 1: Pole Unterbewusstsein und Gehirn aufs Ideen-Sammeln

Tag 1: Stell einen Timer auf 15 Minuten und schreibe schnell und ohne auf Rechtschreibung oder logische Zusammenhänge zu achten: Welche Themen faszinieren Dich? Was beobachtest Du immer wieder in Deiner Arbeit? Was fragen Dich Deine Kund*innen immer wieder? Welche Probleme haben die meisten von ihnen?

Tag 2 bis 3: Leg eine Liste an (im Handy, auf Papier). Notiere heute und morgen immer wieder Themen, über die Du gerne schreiben würdest.

Tag 4: Nimm Dir den Text vom ersten Tag vor. Markiere Worte, Aussagen, Ideen, die Dich interessieren. Die etwas in Dir zum Vibrieren bringen. Check Deine Themenliste. Welche Lieblingsthemen entdeckst Du? Wähle zwei bis drei.

Tag 5: Überleg Dir eine Methode, um Dein Wissen zu organisieren. Zum Beispiel mit Karteikarten, Evernote oder Trello. Was funktioniert für Dich am besten?

Phase 2: Vermeide, für die Tonne zu schreiben

Tag 6: Sondiere Markt und Konkurrenzliteratur, zum Beispiel auf Amazon. Welche sind jeweils die fünf wichtigsten Bücher zu Deinen Lieblingsthemen?

Tag 7 bis 11: Lies die fünf wichtigsten Bücher quer und analysiere sie. Welche Hauptargumente vertreten die Autor*innen? Wie sind die Bücher aufgebaut?

Tag 12: Entdecke die Marktlücke. Entscheide Dich für ein Thema. Zu welchem möchtest du Du Dich als Expert*in (stärker) positionieren? Wozu kannst Du etwas Neues, Spannendes und/oder Aktuelles beitragen?

Tag 13: Denk groß: Was soll Dein Sachbuch bewirken? Mit welcher Mission gehst Du los?

Phase 3: Recherchiere Material und befrag Deine Zielgruppe

Tag 14: Notiere Dir konkrete Probleme, die Deine Kund*innen im Zusammenhang mit Deinem Thema haben. Wie hilfst Du ihnen dabei?

Wie schreibst Du ein Sachbuch? Ich zeig Dir den kürzesten Weg – in 7 Schritten. Mit kompletter Anleitung für Dein Konzept, Tipps zur „richtigen“ Motivation, Schreibroutine, Überarbeitung und Veröffentlichung. #indeinenworten
Tag 15: Welche Kund*innen haben zu Deinem Thema am meisten zu sagen? Entscheide Dich für drei. Bitte sie um ein kurzes Interview an Tag 28.

Tag 16: Leg ein Dokument an, in dem Du ab jetzt passende Zitate von Kund*innen sammelst. Frag in Deinen sozialen Netzwerken, welche Fragen Deine Zielgruppe zum Thema hat.

Tag 17 bis 19: Finde relevantes Material und Quellen, die Du für Dein Sachbuch nutzen kannst. Sondiere dafür zum Beispiel Deine Blogartikel, Schulungsmaterial und Unterlagen von Kursen, die Du gegeben hast.

Phase 4: Finde den roten Faden

Tag 20 bis 22: Geh Dein Material durch. Welche Struktur entdeckst Du? Gibt es einen roten Faden?

Tag 23: Interviewe Dich selbst. Welche Fragen hast Du an Dein Thema?

Tag 24: Überleg Dir drei unterschiedliche Aufhänger. Zum Beispiel: verschiedene Sichtweisen auf das Problem, ein neuer Kontext, unterschiedliche Zielpersonen, die gegenteilige Herangehensweise an die Lösung des Problems. Hier gilt: Folge der Energie! Folge dem Thema, auf das Du richtig Bock hast. Für ein Buch brauchst Du einen langen Atem.

Tag 25: Beschränke Dich radikal auf eine Kernaussage. Welches konkrete Problem möchtest Du für eine konkrete Zielperson lösen? Stell eine These auf. Eine. Und überlege Dir dazu Hauptargumente, die sie unterstützen. Überprüfe: Ist Dein Ansatz neu, spannend oder aktuell?

Tag 26: Leg einen Arbeitstitel und eventuell einen Untertitel fest.

Tag 27: Schreib eine knappe Outline: Skizziere in drei Sätzen, worum es in Deinem Sachbuch geht.

Phase 5: Stärke Deine Aussage und erstelle eine Gliederung

Tag 28: Triff die drei Kund*innen, mit denen Du an Tag 15 ein Interview vereinbart hast. Erzähl ihnen kurz von Deinem Konzept. Frag sie: Würdest Du das Buch lesen? Was daran interessiert Dich? Was findest Du langweilig? An welcher Stelle verstehst Du etwas nicht?

Tag 29: Ausgehend von den Aussagen Deiner Kund*innen: Überprüfe Deine Kernaussage. Löst Du immer noch ein Problem für eine konkrete Zielperson? Ist Deine These, sind Deine Argumente immer noch hieb- und stichfest? Ist die Outline weiterhin stimmig?

Tag 30: Erstelle eine Gliederung für Dein Sachbuch. Am besten mithilfe einer Mindmap.

#4: Verlag oder Self-Publishing? Triff (spätestens) jetzt diese 1,5 Entscheidungen

1,5 Entscheidungen? Ja, ich hab mich nicht verschrieben.

Denn je nachdem, wie Du die folgende Frage beantwortest, beinhaltet sein eine weitere:

1. Möchtest Du Dein Sachbuch, Ratgeber oder Fachbuch im Self-Publishing oder über einen Verlag veröffentlichen?

Was Du bei der Entscheidung beachten solltest, erkläre ich Dir hier:
Dein Buch ohne Verlag veröffentlichen? Die wichtigsten Gründe dafür – und dagegen

Wenn Du sicher bist, dass Du Dein Buch als Self-Publisher rausbringen willst, kannst Du diesen Abschnitt jetzt überspringen.

Wenn nicht: Lies bitte besonders aufmerksam weiter.

2. Willst Du Dein Buch direkt einem Verlag oder erst einmal einer Agentur anbieten?

Triff diese Entscheidung unbedingt jetzt. Es ist nämlich so: Wenn Du Dich bei einem Verlag bewirbst, wird Dich keine Agentur mehr unter Vertrag nehmen.

Profi-Tipps zu Exposé und Probekapitel bekommst Du im Interview mit Sachbuch-Agentin Heike Wilhelmi:
So ticken Verlage: Wie Du Dein eigenes Sachbuch veröffentlichst

Das eigentliche Schreiben beginnt übrigens idealerweise, wenn Du die Zusage vom Verlag hast. Oder eben nach der Entscheidung fürs Selfpublishing.

#5: Schreib den Rohtext Deines Manuskripts – mit einer gesunden Schreibroutine

Hättest Du’s gedacht? Erst in Schritt fünf geht’s ans Schreiben. Und zwar ausschließlich, mit Vollgas!

Jetzt schreibst Du die Rohfassung Deines Manuskriptes. Heißt: Du schreibst den Text so schnell Du kannst komplett runter. Dabei hangelst Du Dich am Inhaltsverzeichnis entlang, das Du mit dem Konzept erstellt hast.

Das kann überraschend schnell gehen, wenn Du Deine Hausaufgaben gemacht hast. Und Du wirst feststellen, dass Du immer mehr zu Deinem Schreibstil findest.

Die Schreibblockade erwischt Dich trotzdem? Mein Guide verrät Dir, wie Du sie lösen kannst.

Überleg Dir, wann Du besonders gut regelmäßig schreiben kannst. Berücksichtige dabei Tageszeiten und die Dauer der Schreib-Session. Wichtig ist, dass Du mit Deiner Schreibroutine klar kommst. Sie sollte Dir Kraft schenken statt ziehen. Probier ein bisschen rum.

Schreib lieber weniger und öfter als selten sehr viel. So brennst Du nicht aus, bleibst gedanklich bei Deinem Thema und lässt Dein Unterbewusstsein mitarbeiten. (Wenn Du Dein Buch-Projekt lange nicht anschaust, sucht es sich andere Beschäftigungen.)

Tipp: Vielleicht hast Du sogar schon Blogartikel, die Du ganz oder in Teilen ins Manuskript einfügen kannst. Ja, Du liest richtig. Es sind Deine Texte, Du kannst also damit machen, was Du möchtest. Klatsche aber bitte nicht einen Blogartikel an den anderen. Wenn Du Dir schon die Mühe machst, ein eigenes Sachbuch zu schreiben, mach es richtig. Mach es zu Deinem Baby.

Und das Schreib-Programm?

Word reicht für den Anfang. Wenn Du schon erfahren bist und ein komplexes Schreib-Projekt startest, empfehle ich Dir jedoch eine andere Software: Papyrus Autor. (← Kein Affiliate-Link. Ich nutze das Programm selbst.)

Ich habe mich dafür entschieden, weil es das einzige Programm ist, das den Duden-Korrektor beinhaltet und mir Synonyme vorschlägt. Außerdem kannst Du mit einem Klick Dein Manuskript als Normseite formatieren. Wenn Dir diese Aspekte nicht soooo wichtig sind, kannst Du Dir auch Scrivener anschauen.

Mach aber bitte kein großes Brimborium ums Schreiben. Du setzt Dich hin, legst Dir Deine Unterlagen zurecht, machst das Dokument auf und tippst los.

#6: Überarbeite Dein Manuskript (aber in der richtigen Reihenfolge)

Hast Du durchgehalten? Glückwunsch! Deine Rohfassung ist fertig. Nun geht’s ans Überarbeiten.

Auch hier empfehle ich Dir die zeit- und nervensparendste Strategie. Du gehst von außen nach innen vor. Von Makro zu Mikro.

Logisch, oder?

OK, ich sehe ein, das sollte ich ausführen 🙂

Überarbeite Dein Manuskript in dieser Reihenfolge:

  1. Struktur des gesamten Manuskriptes. Passt alles zusammen? Bauen die Kapitel logisch aufeinander auf? Führen sie auf das Ziel hin, das Du Deinen Leser*innen versprichst?
  2. Struktur und Stil der einzelnen Kapitel. Inspiriert die Einleitung zum Weiterlesen? Hast Du schlüssige Beispiele eingefügt? Fasst Du am Ende nochmal alles zusammen? Leitet das Kapitel aufs nächste über?
  3. Grammatik und Rechtschreibung. Erst jetzt liest Du Dein Manuskript minutiös und korrigierst. (Oder Du beauftragst eine*n Lektor*in.)

So vorzugehen hat einen großen Vorteil: Du schließt den jeweiligen Schritt komplett ab.

Stell Dir vor, Du würdest hin und her springen. Vielleicht schreibst Du eine Einleitung neu und musst dann doch wieder die Grammatik überprüfen. Oder Du verschiebst ein Kapitel nach hinten, wodurch die Übergänge nicht mehr stimmen.

Auch hier gilt: Mach’s Dir leicht.

#7: Veröffentliche Dein Sachbuch und gewöhn Dich ans Buch-Marketing

Bevor wir uns um die Veröffentlichung kümmern, möchte ich etwas ansprechen, das oft unter den Tisch fällt. Nennen wir’s beim Namen (Anke-Eigenkreation): die Veröffentlichungsblockade.

So kurz vor der Veröffentlichung können wir richtig nervös werden. Der Kopf besteht gefühlt aus Zweifeln, Befürchtungen, Zögern. Hab ich alles bedacht? Hab ich mich irgendwo übertrieben? Was ist, wenn ich nur schlechte Kritiken bekomme?

Stoooopp.

Wenn Du mit einem durchdachten Konzept, Deine Expertise im Rücken, gestartet bist, ist Dein Manuskript das beste aller Möglichkeiten. Diese Nervosität bedeutet nur eines: dass Dir Dein Sachbuch, Ratgeber oder Fachbuch wichtig ist.

Was Du tun kannst?

Sammle Mut. Lass Dich dabei gern von meinen Coachees inspirieren (sie geben Dir auch den ein oder anderen Tipp mit):

Tief einatmen, tief ausatmen.

Du bist soweit?

Jetzt geht’s an die Veröffentlichung.

1. Du schickst Dein Manuskript an die Agentur oder den Verlag. Wenn Du als Self-Publisher antrittst, kümmerst Du Dich selbst darum, Dein Manuskript schick zu verpacken. Richtig, nun geht’s an Satz und Coverdesign.

2. Unabhängig von der Art der Veröffentlichung könntest Du als Berater*in, Trainer*in oder Coach Folgendes tun: Dein Buch wie ein (digitales) Produkt launchen. Verlage kümmern sich selten um die Vermarktung.

Binde Dein Buch auf jeden Fall konsequent und langfristig in Dein Marketing ein.

Es wird Dich von nun an lange begleiten. Am besten, Du rollst einen knallroten Teppich aus.

Was hält Dich davon ab, ein eigenes Buch zu schreiben? Was hast Du durchs Schreiben Deines Buches gelernt? Teile Deine Erfahrungen gern in den Kommentaren. So können andere auch davon profitieren.

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Kommentare

2 Comments

  1. Danke für diesen klaren, inspirierenden Artikel / Leitfaden – obwohl ich schon Sachbuch-Autorin bin, finde ich ihn anregend, danke schön!

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    • Sehr gerne, liebe Kollegin 🙂

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