Ist Bloggen 2020 Zeitverschwendung? 5 Gründe, warum es sich trotzdem lohnt

Selbstmarketing, Texte veröffentlichen

Die Zeiten des Bloggens sind vorbei. Zumindest die, von denen Internet-Marketing-Gurus immer noch erzählen: dass wöchentliches Bloggen automatisch zu finanziellem Erfolg führt.

Sie gehen, gut bezahlt, noch von ihren eigenen Erfahrungen aus: Wenn Du früher einen mittellangen, interessanten Blogartikel geschrieben hast, haben den garantiert Leute gelesen. Wenn Du das regelmäßig gemacht hast, konntest Du eine Community aufbauen und Kund*innen gewinnen.

Heute fühlt es sich an, als gäbe es mehr Bloggende als Lesende. Weil man eben ständig bloggt, um „sichtbar“ zu werden.

Aber es stresst! Dieses „Du musst Content produzieren“ stresst vor allem Einzelunternehmer*innen ungemein. Neben dem Geldverdienen auch noch diese Aufgabe übernehmen? Wann ist es genug?

Zeit für eine Bestandsaufnahme. Schauen wir uns differenziert an, wofür es sich zu bloggen lohnt. Und wann es schlicht ins Nirwana führt.

Blog-Artikel veröffentlichen, um sichtbarer zu werden? Funktioniert immer seltener. 5 unterschätzte Gründe, warum sich ein Blog für Berater*innen, Trainer*innen und Coaches trotzdem lohnt. #indeinenworten

Blog-Strategien, die 2020 funktionierten

Seit sieben Jahren ermittelt die US-amerikanische Agentur Orbit Media jährlich, inwiefern sich das Bloggen verändert. Mehr als 1.000 Blogger*innen nehmen an deren Umfragen zu Content-Strategien teil. Im Jahr 2020 waren es 1.279.

(Das ist angesichts von 31 Millionen US-Bloggern null repräsentativ, zumal die Agentur nicht offen legt, wie sie diese Blogger auswählt. Aber gehen wir davon aus, dass ihre Ergebnisse eine grobe Einordnung zulassen.)

Am Ende der Auswertung von 2020 steht, welche Blog-Strategien die besten Ergebnisse versprechen. Die Top 4 sind:

  1. Täglich veröffentlichen.
  2. Artikel mit mehr als 3.000 Wörtern schreiben.
  3. Mehr als zehn Überschriften schreiben, bevor man sich für eine entscheidet.
  4. Keywords für jeden Artikel recherchieren.

OK, erstmal kurz durchatmen. Schafft das jemand, der auch ein Privatleben führt?

In der Regel können sich nur Konzerne und Agenturen leisten, diese Sorte Artikel zu veröffentlichen. Oft sourcen sie diese Arbeit out und haben auch noch das Budget, die Artikel zu bewerben.

Und eigentlich sind sie inzwischen besser damit bedient, richtig viel Kohle in neue Formate zu stecken, als in Massenproduktion suchmaschinenoptimierte Blogartikel mit mehr als 3.000 Wörtern schreiben zu lassen. Denn die meisten Themen sind schon mehrfach durchgekaut worden.

Was bedeutet das für Dich und mich?

Warum Berater, Trainerinnen und Coaches bloggen

Überlegen wir erst einmal, was das Bloggen für Vorteile hat.

Der ursprünglich wichtigste: Sichtbarkeit.

Aber das war mal. Denn um heute mit Deinem Blog sichtbarer zu werden, brauchst Du einen langen Atem und musst viel Arbeit (oder Geld) in mindestens einen dieser Faktoren stecken:

  • SEO,
  • aufwändige Recherche, die sonst niemand leistet,
  • tägliches Veröffentlichen.

Ganz ehrlich: Nichts davon kommt für mich infrage:

  • Suchmaschinenoptimierung gehört nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten.
  • Aufwändige Recherchen lasse ich mir als Autorin lieber bezahlen.
  • Tägliches Veröffentlichen schaffe ich einfach nicht.

Warum ich trotzdem blogge?

5 Gründe, weshalb Du auch 2021 bloggen solltest

Nicht die Sichtbarkeit bestimmt den Erfolg meines Blogs. Es sind fünf andere Gründe, die sich für mich auszahlen. Und genau die sind auch für Dich als Berater, Trainerin oder Coach wesentlich:

Blog-Artikel veröffentlichen, um sichtbarer zu werden? Funktioniert immer seltener. 5 unterschätzte Gründe, warum sich ein Blog für Berater*innen, Trainer*innen und Coaches trotzdem lohnt. #indeinenworten

1. Bloggen verbessert Deine Kommunikationsfähigkeit. Es hilft Dir, Deine Schreibstimme zu finden und Deinen Schreibstil weiter zu entwickeln. Das geht umso schneller, je mehr Du veröffentlichst und Feedback von Lesenden erhältst.
Übrigens: Am Anfang war das Bloggen für mich auch wichtig, um locker zu werden und die Online-Schreibe zu üben. Jetzt macht es mir einfach Spaß.

2. Bloggen schärft Deine Positionierung. Mit jedem Blogartikel wird Dir klarer, wofür Du mit Deinem Business stehst und mit welchen Inhalten Du helfen möchtest.

3. Bloggen macht Dich mit Deiner Zielperson bekannt. Schließlich willst Du nicht ins Blaue hinein schreiben, sondern helfen. Deine Zielperson wird Dir mit ihren Kommentaren zeigen, wie Du sie am besten unterstützt.

4. Ein Blog filtert die passendsten Kund*innen für Dich. Wer auf Deine Seite kommt, kann schnell entscheiden, ob die Zusammenarbeit harmonieren würde. Eine statische Website kann das nicht leisten.

5. Ein Blog schafft die perfekte Grundlage für ein Sachbuch, Fachbuch oder einen Ratgeber. Natürlich kannst Du nicht alle Blogartikel zusammenstampfen und als Buch veröffentlichen – nach dem Motto: „Copy-Paste-fertig“. Aber das Bloggen trainiert Deinen Schreibmuskel und sortiert Gedanken und Wissen. Langsam und stetig. Bis vielleicht der Moment kommt, indem Du erkennst: „Cool, ich bin bereit, mein Buch zu schreiben.“

Das sind unschlagbare Gründe fürs Bloggen, oder?

Das Beste an dieser Strategie: Du musst nicht jede Woche einen Artikel raushauen.

Das ist sogar kontraproduktiv. Denn Deine einzige Chance, als Einzelunternehmer*in mit Texten hervorzustechen, ist Deine Einzigartigkeit. Die zeigt sich in Deiner Schreibstimme, aber auch in Deiner Haltung. Und Haltungen entwickelt man nicht jede Woche neu.

Anstatt also erstbeste Gedanken in die Welt zu sprühen, lass sie reifen. Und dann schreibst Du drüber, in Deinen Worten.

Und die Sichtbarkeit, fragst Du? Vor lauter Online-Marketing-Bloggerei vergessen wir, dass es ja auch andere Wege gibt:

  • PR,
  • Gastbeiträge,
  • Vorträge,
  • analoges Netzwerken,
  • Mastermind-Gruppen,
  • bezahlte Werbung.

Atmest Du grade erleichtert auf?

Warum bloggst Du? Die einzige Entscheidung, die Du treffen solltest

Vielleicht merkst Du grade, dass Du ein latent schlechtes Gewissen mit Dir herumgetragen hast. Die gute Nachricht ist: Du brauchst nur eine Entscheidung zu treffen, um es loszuwerden.

Bloggst Du all-in für die Sichtbarkeit oder bloggst Du mit dem Flow?

Wenn Du Dich für Ersteres entscheidest, schaufel Dir Massen an Kapazitäten frei, setze eine Strategie auf und leg los!

Wenn Zweiteres für Dich infrage kommt, gehe so vor:

  1. Lege fest, wann „genug“ ist. Veröffentlichst Du ein Mal im Monat? Alle zwei Monate? Du musst Dich nicht sklavisch daran halten. Aber ein Termin kurbelt die Gedanken an.
  2. Berücksichtige das Bloggen in Deiner Zeitplanung.
  3. Hüpf auf die Warteliste zum Schreib-Code, meinem Video-Kurs. Da zeige ich Dir, wie Du regelmäßig schreibst und dabei Deine Schreibstimme entwickelst. Entspannt und mit Freude.

Und wer weiß: Vielleicht schreibst Du dann sogar mehr als vorher.

Jetzt bist Du dran: Wann ist Dein Blog erfolgreich?

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