Aktualisiert im Dezember 2021

Die Zeiten des Bloggens sind vorbei. Zumindest die, von denen Internet-Marketing-Gurus immer noch erzählen: dass wöchentliches Bloggen automatisch zum Erfolg führt.

Sie gehen, gut bezahlt, noch von eigenen Erfahrungen aus: Wenn Du früher einen mittellangen, interessanten Blogartikel geschrieben hast, haben den garantiert Leute gelesen. Wenn Du das regelmäßig gemacht hast, konntest Du eine Community aufbauen und Kund*innen gewinnen.

Aber es stresst!

Dieses „Du musst Content produzieren“ stresst vor allem Einzelunternehmer*innen ungemein. Neben Geldverdienen auch noch bloggen? Warum sollten wir das tun?

Zeit für eine Bestandsaufnahme. Schauen wir uns differenziert an, warum sich das Bloggen lohnt. Und wann es schlicht ins Web-Nirwana führt.

Blog-Artikel veröffentlichen, um sichtbarer zu werden? Funktioniert immer seltener. 5 unterschätzte Gründe, warum sich ein Blog für Berater*innen, Trainer*innen und Coaches trotzdem lohnt. #indeinenworten

Blog-Strategien, die 2021 erfolgreich waren

Seit acht Jahren ermittelt die US-amerikanische Agentur Orbit Media jährlich, inwiefern sich das Bloggen verändert. Mehr als 1.000 Blogger*innen nehmen an deren Umfragen zu Content-Strategien teil. Im Jahr 2021 waren es 1.067.

(Das ist angesichts von 31 Millionen US-Bloggern null repräsentativ, zumal das Kriterium für die Auswahl lautet: „self-described bloggers with whom we connected over many years on social media and at live events“. Aber gehen wir davon aus, dass ihre Ergebnisse eine grobe Einordnung zulassen.)

Bloggend „strong results“ zu erzielen, können nur 22 Prozent der Befragten von sich behaupten. Die Tendenz sinkt seit 2019. Dafür wächst die Anzahl derjenigen, die „some results“ erzielen. 2021 waren es bereits 55 Prozent.

Das heißt für uns erstmal: Bloggen wird schwieriger. Umso wichtiger ist es, dass wir darauf fokussieren, was wirklich funktioniert.

Blogger hatten mit folgenden Strategien 2021 den meisten Erfolg:

  1. Zeit: Mehr als sechs Stunden pro Blogartikel investieren.
  2. Länge: Artikel mit mehr als 3.000 Wörtern schreiben. Es lohnte sich aber auch „schon“ ab 1.500 Wörtern.
  3. Frequenz: Zwei bis sechs Artikel pro Woche veröffentlichen. (Das sind nicht zwingend diejenigen, die diese langen Blogartikel schrieben.)
  4. Bilder: Mehr als zehn Bilder erzielten bedeutend bessere Ergebnisse.
  5. Keywords: Für jeden Artikel das passende recherchieren.
  6. Tracken: Stets ein Auge auf Google Analytics haben.
  7. Updates: Alte Blogposts zu aktualisieren verdreifachte die Chance auf gute Ergebnisse.

OK, erstmal kurz durchatmen.

Schafft das jemand, der auch ein Privatleben führt?

In der Regel können sich nur Konzerne und Agenturen leisten, diese Sorte Artikel zu veröffentlichen. Oft sourcen sie diese Arbeit out und haben auch noch das Budget, die Artikel zu bewerben.

Und eigentlich sind sie inzwischen besser damit bedient, richtig viel Kohle in neue Formate zu stecken, als in Massenproduktion suchmaschinenoptimierte Blogartikel mit mehr als 3.000 Wörtern schreiben zu lassen. Denn die meisten Themen sind schon mehrfach durchgekaut worden.

Was bedeutet das für Dich und mich?

Warum Berater, Trainerinnen und Coaches bloggen

Die Umfrage von Orbit Media ist interessant. Aber nur, was generell erfolgreiches Bloggen mit „strong results“ angeht. Die Agentur wollte schlicht herausfinden: „What’s working now?“

Nicht berücksichtigt wurde allerdings, was die Befragten unter „results“ verstanden und welche Ziele sie mit ihren Blogs verfolgten. Das dröseln wir jetzt auf.

Was ist das naheliegenste Ziel eines Business-Blogs?

Richtig: Sichtbarkeit.

Es gibt zu viele Blogs zu Deinem Thema? Das ist (halb) egal

Potenzielle Kund*innen müssen wissen, dass es uns gibt. Unsere Aufgabe ist es, uns vor sie zu stellen und zu zeigen, dass wir ihnen helfen können. Wir müssen sichtbar werden.

Wenn wir von „Sichtbarkeit“ sprechen, packen wir jedoch zwei unterschiedliche Konzepte in einen Begriff:

  1. Sichtbarkeit als Expert*in auf Website und Blog. Mega gut. Sobald die richtige Person Deinen Blog findet, kannst Du sofort mit gutem Content punkten. Wenn Du dann auch noch in Deiner Schreibstimme schreibst, hebst Du Dich automatisch von der Konkurrenz ab. Aber Deine Zielperson muss erst einmal zu Dir finden:
  2. Sichtbarkeit für Google. Schwer. Bis Du heutzutage bei Google rankst, brauchst Du einen langen Atem und musst viel Arbeit (oder Geld) in mindestens einen dieser Faktoren stecken: SEO, aufwändige Recherche, die sonst niemand leistet, regelmäßiges Veröffentlichen und Aktualisieren.

Blog-Artikel veröffentlichen, um sichtbarer zu werden? Funktioniert immer seltener. 5 unterschätzte Gründe, warum sich ein Blog für Berater*innen, Trainer*innen und Coaches trotzdem lohnt. #indeinenworten

Meine Strategie, um bei Google gefunden zu werden

Vielleicht hast Du mich über Google gefunden. Das war kein Zufall.

Längere Texte zu schreiben gehört zu meinem Beruf. Ich kenne mich in Sachen Suchmaschinenoptimierung und Online-Strategien aus. Mein Blog ist mit den Jahren gewachsen. Heißt: Blogartikel zu schreiben fällt mir zunehmend leicht. Außerdem kann ich bereits veröffentlichte Artikel aktualisieren und erweitern (zum Beispiel diesen hier).

Du hast auch Bock darauf, regelmäßig und strategisch SEO-Artikel zu schreiben? Schaufel Dir Kapazitäten frei und nichts wie los!

Vielleicht aber denkst Du Dir:

„Oh man, das alles muss ich können und machen? Ich will mich doch einfach nur um meine Kund*innen kümmern.“

Und das kannst Du auch!

Ich zeige Dir, warum Dich das Bloggen sogar dabei unterstützt – und wie Du trotzdem sichtbar wirst.

5 Gründe, weshalb Du auch 2022 bloggen solltest

Nicht die Sichtbarkeit bestimmt (in erster Linie) den Erfolg Deines Blogs. Es sind fünf andere Gründe, die sich für Dich als Berater, Trainerin oder Coach auszahlen.

1. Bloggen verbessert Deine Kommunikationsfähigkeit

Bloggen hilft Dir, Deine Schreibstimme zu finden und Deinen Schreibstil weiter zu entwickeln. Das geht umso schneller, je mehr Du veröffentlichst und Feedback von Lesenden erhältst.

Am Anfang war das Bloggen auch für mich wichtig, um locker zu werden und die Online-Schreibe zu üben. Für meine ersten Blogposts habe ich ewig gebraucht. Jetzt macht es mir einfach Spaß.
Blog-Artikel veröffentlichen, um sichtbarer zu werden? Funktioniert immer seltener. 5 unterschätzte Gründe, warum sich ein Blog für Berater*innen, Trainer*innen und Coaches trotzdem lohnt. #indeinenworten

2. Bloggend positionierst Du Dich als Expert*in

Mit jedem Blogartikel wird Dir klarer, wofür Du mit Deinem Business stehst und mit welchen Inhalten Du helfen möchtest.

Am Anfang ist es sogar hilfreich, wenn noch nicht so viele Leser*innen zu Dir finden. #nopressure

Wenn Du dann als Expert*in auf der großen Bühne stehst, hast Du Dein Thema bereits schreibend erforscht. Dein Standing hebt sich stark von gewöhnlichen Angeboten ab.

3. Bloggen macht Dich mit Deiner Zielperson bekannt

Menschen kaufen bei Menschen. Dein Blog unterstützt Dich dabei, Dich nahbar zu zeigen. So entsteht Vertrauen.

Stell Dir Deinen Blog als digitales Sprechzimmer vor. Er ist ein geschützter Raum, in dem sich Deine Zielperson mit Dir und Deinem Angebot beschäftigen kann. Keine Algorithmen funken dazwischen, nichts blinkt und lenkt ab.

Im besten Fall ensteht ein Dialog. Wie in einem Gespräch stellst Du auch in Deinen Blogartikeln Fragen. Viele werden sogar in den Kommentaren beantwortet.

Mit der Zeit erfährst Du direkt von Deiner Zielperson, wie Du sie am besten unterstützt. Win-Win!

4. Ein Blog filtert die passendsten Kund*innen für Dich

Praktischerweise filtert Dein Blog die Kennenlerngespräche heraus, die eh zu nichts führen würden. Wer auf Deine Seite kommt, kann schnell entscheiden, ob die Zusammenarbeit harmonieren würde. Eine statische Website kann das nicht leisten.

Mit neuen Inhalten rufst Du Dich außerdem elegant bei Unentschlossenen in Erinnerung und flüsterst: „Wir beide, wir sollten jetzt wirklich zusammen arbeiten.“

Übrigens: Auch Dein Netzwerk erweitert sich. Kooperationen und neue Geschäftspartner*innen lassen sich mit guten Inhalten sehr viel leichter gewinnen. Ein kurzer Blick auf Deinen Blog – schon können interessante Kontakte entscheiden, ob Du und Deine Inhalte passen. Ohne Blog müsstest Du sehr bekannt sein oder selbst viel Überzeugungsarbeit leisten.

5. Ein Blog schafft die perfekte Grundlage für ein eigenes Buch

Natürlich kannst Du nicht alle Blogartikel zusammenstampfen und als Buch veröffentlichen – nach dem Motto: „Copy-Paste-fertig“. Aber das Bloggen trainiert Deinen Schreibmuskel und sortiert Gedanken und Wissen. Langsam und stetig.

Bis vielleicht der Moment kommt, indem Du erkennst: „Cool, ich bin bereit, mein Buch zu schreiben.“

Das sind unschlagbare Gründe fürs Bloggen, oder?

Sichtbarkeit ohne Bloggen: So geht’s

Sichtbarkeit kannst Du auch anders erlangen. Vor lauter Online-Marketing-Bloggerei vergessen wir nämlich, dass es auch andere Wege gibt:

  • PR,
  • Gastbeiträge,
  • Vorträge,
  • analoges Netzwerken,
  • Mastermind-Gruppen,
  • bezahlte Werbung.

Atmest Du grade erleichtert auf?

Warum bloggst Du? Die einzige Entscheidung, die Du treffen solltest

Vielleicht merkst Du grade, dass Du ein latent schlechtes Gewissen mit Dir herumgetragen hast. Die gute Nachricht ist: Du brauchst nur eine Entscheidung zu treffen, um es loszuwerden.
Blog-Artikel veröffentlichen, um sichtbarer zu werden? Funktioniert immer seltener. 5 unterschätzte Gründe, warum sich ein Blog für Berater*innen, Trainer*innen und Coaches trotzdem lohnt. #indeinenworten

Bloggst Du all-in für die Sichtbarkeit oder bloggst Du mit dem Flow?

Wenn Du Dich für Ersteres entscheidest, schaufel Dir Massen an Kapazitäten frei, setze eine Strategie auf und leg los!

Wenn Zweiteres für Dich infrage kommt, gehe so vor:

  1. Lege fest, wann „genug“ ist. Veröffentlichst Du ein Mal im Monat? Alle zwei Monate? Du musst Dich nicht sklavisch daran halten. Aber ein Termin kurbelt die Gedanken an.
  2. Berücksichtige das Bloggen in Deiner Zeitplanung.
  3. Hüpf auf die Warteliste zum Schreib-Code, meinem Video-Kurs. Da zeige ich Dir, wie Du regelmäßig schreibst und dabei Deine Schreibstimme entwickelst. Entspannt und mit Freude.

Das Beste an dieser Strategie: Du musst nicht jede Woche einen Artikel raushauen.

Das ist sogar kontraproduktiv. Denn Deine einzige Chance, als Einzelunternehmer*in mit Texten hervorzustechen, ist Deine Einzigartigkeit. Die zeigt sich in Deiner Schreibstimme, aber auch in Deiner Haltung. Und Haltungen entwickelt man nicht jede Woche neu.

Anstatt also erstbeste Gedanken in die Welt zu sprühen, lass sie reifen. Und dann schreibst Du drüber, in Deinen Worten.

Und wer weiß: Vielleicht schreibst Du dann sogar mehr als vorher.

Jetzt bist Du dran: Wann ist Dein Blog erfolgreich?

Wen könnte dieser Artikel auch interessieren? Teile ihn gern!

Kommentare

6 Comments

  1. Hallo Anke und danke für die Tipps warum Bloggen sich auch 2021 lohnt. Ich finde gerade den Tipp, um die eigene Kommunikationsfähigkeit inklusive Schreibstil zu trainieren einen guten Grund, um weiterhin zu bloggen. Allerdings habe ich schon vor meinem Blog gerne geschrieben und Bücher veröffentlicht. In Zukunft möchte ich auch lieber bloggen, den ein Buch zu veröffentlichen ist ein ganzes Stück mehr Arbeit. Das bloggen hat sich natürlich im Laufe der Jahre verändert, genau wie du schreibst. Da war es früher leichter eine große Leserschaft mit wenigen Artikeln aufzubauen. Doch heute ist die Konkurrenz heute wesentlich größer. Deswegen finde ich es auch so wichtig, ein Thema zu wählen, dass ein begeistertert und über das man auch gerne schreibt, selbst wenn es Mal Durststrecken gibt.

    Reply
    • Genau, liebe Cordula. Wenn wir halbherzig über alles Mögliche bloggen, ist schnell die Luft raus. Man kann es Texten oft auch anmerken, in welcher Stimmung sie geschrieben wurden, beispielsweise „pflichtbewusst“ oder mit Freude. Ich wünsch Dir Letzteres für Deinen Blog 🙂

      Reply
  2. Hi Anke,
    Du machst ja auch bei Meikes Blogparade mit – ich lese mich grade mal so durch die anderen Blogbeiträge – interessiert mich, was so die anderen Blogger für Erfahrungen gemacht haben und für Tipps geben können.
    Das mit dem Buch ist ’ne Überlegung wert – allerdings habe ich bei meinem (gewollten) Gemischtwarenladen da ein Problem, da ich mich nicht auf ein Thema fokussiere, sondern die zum Teil mal mehr, mal weniger in meinem Fokus sind.
    OK – ich hatte mal angefangen einen Roman zu schreiben – aber bei so der gefühlten dritten Seite, hat mich schon wieder irgend was anderes abgelenkt.. 🙂
    Da man mit schreiben auch nicht mehr so viel Geld verdient, wie man hört, ist das zur Einkommensverbesserung auch nicht der Weisheit letzter Schluss.
    Aber es ist tatsächlich mal eine Idee, die man als Ansatz im Hinterkopf behalten sollte..
    Fröhliches bloggen
    CU
    Peter

    Reply
    • Danke für Deine Eindrücke, lieber Peter. Du hast es selbst erlebt: Ein Buch zu schreiben lohnt sich nur, wenn man ein glasklares Thema und Ziel hat. Es ist ja nicht nur das Schreiben selbst, auch fürs Vermarkten braucht man Biss. Um aus Deinem „Gemischtwarenladen“ dieses Thema herauszufinden, lohnt sich das Bloggen unbedingt! Viel Spaß beim Schreiben 🙂
      Liebe Grüße
      Anke

      Reply
  3. Danke dir für die interessante Perspektive…. Vg Roman

    Reply
    • Sehr gern, Roman 🙂 Freut mich, dass Du was mitnehmen konntest!

      Reply

Submit a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.