Hast Du das Mindset zum Bücherschreiben? 7 Fragen verraten es Dir

10/02/2020 | Sachbuch schreiben, Schreibblockade lösen

Das Buch liest sich lässig und durchdacht. Von Anfang an war klar, dass es ein Bestseller wird.

Oder?

Natürlich nicht.

Selbst Profis haben keine Garantie dafür, dass sie ein „gutes“ Buch schreiben. Oder dass es viele Menschen lesen werden.

Am Anfang steht nur die vage Buchidee. Im Laufe des Prozesses treffen Schreibende Abermillionen Entscheidungen, die manchmal gut sind, gelegentlich nicht.

Die Zweifel? Sind immer da.

Alles steht und fällt mit dem Mindset. Wie steht’s mit Deinem?

Bist Du bereit, Dein Buchprojekt zu starten? Beantworte 7 Fragen und erfahre, wie es um Dein Mindset fürs Bücherschreiben steht. #indeinenworten

1. Kannst Du den Prozess lieben?

Kleines Rätsel vorab: Was haben diese Folgen des Bücherschreibens gemeinsam?

  • Du setzt Dich umfassend mit einem Thema auseinander, das Dir am Herzen liegt.
  • Du hinterfragst Dein Wissen und stellst es auf sichere(re) Beine.
  • Du entdeckst Deine Schreibstimme.
  • Du trainierst Deine Konzentrationsfähigkeit.
  • Du hilfst mehr Menschen mit Deiner Expertise.
  • Du wirst als Expert*in (und vielleicht sogar als eigene Marke) anerkannt, trittst selbstbewusster auf und wirst besser bezahlt.
  • Du verdienst zusätzliches Geld mit dem Verkauf Deines Buches.

Klar, das sind alles positive Errungenschaften. Aber noch etwas anderes haben sie gemeinsam: All diese Erfolge fallen nicht unter die Kategorie Instant-Befriedigung. Sie stellen sich in ihrer vollen Größe erst langfristig ein – wenn Dein Buch fertig ist (oder Du länger an Deinem Manuskript geschrieben hast).

Deshalb solltest Du Dir zuallererst die Frage stellen, ob Du den Prozess des Schreibens liebst – oder zumindest lieben lernen kannst. Stell es Dir genau vor (schummeln gilt nicht):

Wie Du recherchierst, auch wenn die Texte kompliziert geschrieben sind und Du sterbensmüde bist. Wie Du regelmäßig vor dem PC sitzt, obwohl Dein Popo immer platter wird. Wie Du den Kinobesuch absagst und stattdessen nochmal das aktuelle Kapitel überfliegst, um für den nächsten Tag vorbereitet zu sein.

Fühlt sich das nach einem guten Lebensstil für Dich an? Denn ja, Bücher zu schreiben ist genau das: ein Lebensstil.

2. Kommunizierst Du liebevoll und konstruktiv mit Dir selbst?

Schreiben ist nicht glamourös, sondern in der Regel eine einsame Angelegenheit. Du wirst ständig auf Dich selbst zurückgeworfen. Immer und immer wieder. Du wirst mit inneren Teufelchen und Selbstzweifeln kämpfen. Du wirst damit hadern, ob Du gut genug bist, ob Du überhaupt etwas zu sagen hast, ob sich die Mühe jemals lohnen wird.

Von allen inneren Dialogen kostet mich der mit dem „Fachsprachen-Teufelchen“ am meisten Kraft. Immer wieder stärke ich mich in der Gewissheit, dass ich ich selbst bleiben kann. Dass ich mich nicht hinter Fachsprache verstecken muss. Dass ich in meinen Worten schreiben darf. (Genau deshalb heißt diese Seite so.)

Kannst Du Deine Zweifel akzeptieren und ihnen liebevolle Gedanken entgegenhalten? Schaffst Du es, aus negativen Gedankenspiralen herauszukommen und Dich selbstständig zu motivieren? Hast Du Lust, Dich so intensiv kennenzulernen?

3. Schenkst Du Dir Vertrauen?

Wenn ich besonders viel und unter Zeitdruck schreiben muss, habe ich jeden Abend das Gefühl: Mein Gehirn ist nun endgültig ausgequetscht. Morgen kann ich genausogut eine Katze adoptieren und sie in regelmäßigen Abständen auf meine Tastatur springen lassen. Vielleicht „tippt“ sie sogar Sinnvolleres als ich.

Aber morgens habe ich neue Ideen. Spätestens, wenn ich mich an meinen Schreibtisch setze und schreibe.

Ich garantiere Dir: Dein Ideenvorrat ist unerschöpflich. Glaubst Du dran?

4. Kannst Du Dein Buch langfristig zur Priorität machen?

Kurz nachdem ich mich selbstständig gemacht habe, bekam ich den Auftrag für mein aktuelles Buch. Plötzlich war ich nicht nur freiberufliche Autorin, die Strukturen aufbauen, Kund*innen akquirieren und Geld verdienen muss. Ich hatte auch noch zwei Projekte zu wuppen, die mir zwar nicht sofort Geld, aber eine lohnende Investition in meine Zukunft versprachen: ein anspruchsvolles Sachbuch schreiben und eine Schreibcoaching-Website aufbauen.

Beides gleichzeitig funktioniert natürlich nicht, wie ich rückblickend erkenne. Heute würde ich eine Investition abschließen, bevor ich eine zweite tätige.

Mit einem Buch investierst Du in Deine Zukunft. Mach es Dir zur Priorität. Wenn das nicht geht, schließ erst andere Dinge ab. Investiere nicht an zwei Stellen gleichzeitig.

5. Kannst Du Dein Buch täglich zur Priorität machen?

Und wo wir grade beim Thema „Priorität“ sind: Gleiches gilt für den Alltag.

Ich war ein unkompliziertes Kind. Wenn mich meine Eltern mit auf eine Party nahmen, setzte ich mich einfach mit einem Buch in ein gemütliches Eckchen. Feierlärm? Kein Problem für mich, solange ich mein Buch hatte.

Als Erwachsene kann ich leider nicht immer so fokussiert bleiben. Oft schwirren zu viele unerledigte Aufgaben in meinem Kopf herum. Wenn ich schreibe, nerven sie manchmal noch mehr.

Das Schreiben fordert von uns Fokus. Mehr noch: Es fordert von uns die Courage, gedanklich wirklich alles wegzuschieben. Das fühlt sich manchmal egoistisch an, manchmal leichtsinnig. Aber es ist wesentlich, um weiter zu schreiben.

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6. Überwältigst Du die Überwältigung?

Manchmal fühlt sich das Buchschreiben so an, als müsste ich den Rasen eines Fußballstadions kürzen – Halm für Halm. Wie lange werde ich dazu brauchen? Damit kann ich gar nicht fertig werden. An einigen Tagen fange ich gar nicht erst an und mache lieber die Buchhaltung.

Klar, produktive Ausweichmanöver bieten sich an. Aber ein Schnitt … ähhh … Schritt ist besser als keiner. Zehn Minuten schreiben sind besser als null Minuten.

Kannst Du das Gefühl der Überwältigung ignorieren, und Dir jeden Tag Zeit nehmen, ein Wort nach dem anderen zu tippen?

7. Achtest Du auf Deinen Körper?

Sitzen ist das neue Rauchen: Was entspricht dann dem Raucherhusten? Rückenschmerzen? Verkrampfte Schultern?

Zu lange habe ich den Fehler gemacht, meinen Körper zu ignorieren. Ich hätte zwischendurch mehr aufstehen, spazieren, Yoga machen sollen.

Hole ich grade nach. Ich wechsle die Sitzgelegenheit – arbeite auf der Couch, mal im Café, dann wieder am Schreibtisch.

Auch wenn Dir noch nichts wehtut, denk dran: Unsere Körper sind nicht fürs viele Sitzen gemacht. Sie brauchen Abwechslung. (Und damit meine ich natürlich nicht die Raucherpause 😉 )

Überlegst Du, ein Buch zu schreiben? Oder bist Du grade mittendrin im Schreibprozess? Wovor hast Du am meisten Respekt? Verrate es uns in den Kommentaren!

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Kommentare

4 Comments

  1. Liebe Anke,
    zunächst vielen Dank für Deine motivierenden Tipps. Deine Tipps und Erfahrungen sind unglaublich authentisch, ich bin sehr beeindruckt. Ich bin keineswegs ein Profi, schreibe jedoch mit einem hohen Anspruch autobiografisch für meine Kinder, ohne gegenwärtig an eine Veröffentlichung zu denken. Der Schreibprozess ist in der Tat das Spannendste und lebt von den Ideen, wie man etwas beschreibt. Die Ideen sind das, was auch zum Weiterschreiben motiviert. Dieses Einsame am Schreiben ist eher schwierig.
    Dass Du es schaffst, neben dem Schreiben noch diese Coaching- Seite zu gestalten, ist phantastisch. Ich freue mich immer sehr, von Dir zu hören.
    Herzliche Grüße aus der Bauhausstadt Dessau
    Petra

    Reply
    • Liebe Petra,
      was für eine wundervolle Rückmeldung, dankeschön! Tatsächlich habe ich diese Seite auch ins Leben gerufen, weil das Schreiben eben so einsam ist 🙂 Den Austausch mit anderen Schreibliebhaber*innen genieße ich sehr. Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude dabei, Deine Ideen zu Papier/Dokument zu bringen.
      Alles Liebe
      Anke

      Reply
  2. Liebe Anke,

    bei der adoptierten Katze, die Du über die Tastatur springen lässt, musste ich laut lachen. Ich liebe Deine Schreibstimme:-)!

    Die Aufforderung, das Buch zur Priorität zu machen, hat an mir gerüttelt. Ich bin im Moment im Schreibprozess und weiß genau, dass in den nächsten Monaten massenhaft Aufträge anstehen und es so viele “Du musst nochs” gibt….
    Ich bin gespannt, wie das gelingen kann.

    Vielen Dank für Deinen inspirierenden Text!

    Herzliche Grüße
    Agathe

    Reply
    • Liebe Agathe,
      wie schön, von Dir zu lesen! Ein zweites Buch? Juhuuuuu und toi toi toi!
      Ganz liebe Grüße
      Anke

      Reply

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