Storytelling mit Methode: So leicht schreibst Du mitreißende Texte

Was ist Storytelling? Eine Wissenschaft für sich? Ausgeklügelte PR-Strategie raffinierter Werbefuzzis? Nichts davon: Storytelling ist ein neudeutscher Begriff für eine Methode, die wir alle beherrschen. Denn wir tun „es“ jeden Tag: Geschichten erzählen. Hier verrate ich Dir die vier wichtigsten Regeln, um in mitreißenden Geschichten über Deine Expertise zu schreiben.

Storytelling ist eine Methode, die wir alle beherrschen. Denn wir tun „es“ jeden Tag: Geschichten erzählen. Hier verrate ich Dir die 4 wichtigsten Regeln, um in mitreißenden Geschichten Texte über Deine Expertise zu schreiben.

Es war einmal, bis vor nicht allzu langer Zeit, ein Phänomen: Menschen erzählten sich ständig Geschichten. Das lag in ihrer Natur. Die Geschichten sprudelten ganz selbstverständlich jeden Tag aus ihnen heraus.

Wenn niemand zuhörte, erzählten sie sich die Geschichten sogar selbst. Zum Beispiel so: „Dieses Kilo Eis, das ich bis gestern im Kühlschrank hatte, ist bestimmt nicht so kalorienhaltig, wie es geschmeckt hat. Im Grunde ist es ja auch gesund, war ja immerhin mit Erdbeeren drin und sogar vegan.“

Manche Geschichten waren natürlich besser als andere. Bei den guten konnten sich die Menschen die Ereignisse bildhaft vorstellen. Sie fühlten sich unterhalten. Sie lernten dazu: manchmal kleine Dinge, manchmal was fürs Leben. Sie erkannten Zusammenhänge, wo sie vorher nur einzelne Elemente wahrgenommen hatten.

In Geschichten erkennen Menschen Zusammenhänge, die sie sonst nicht wahrgenommen hätten.

Die Menschen begannen, den geschickten Erzähler*innen zu vertrauen. Beim Zuhören vergaßen sie zu atmen, weil sie so mitfieberten. Wenn die Geschichten ergreifend waren, trauten sie sich sogar Dinge zu, vor denen sie sich immer gefürchtet hatten.

Eines Tages kam ein dubioser Herr in geschniegelten Schuhen vorbei und nahm den Menschen das selbstverständliche Geschichtenerzählen weg. Er sagte mit amerikanischem Akzent: „Das Geschichtenerzählen gehört jetzt mir. Und wenn Ihr es weiter nutzen wollt, müsst Ihr es bei seinem neuen Namen nennen. Es heißt von nun an ‚Storytelling®‘.“

Fortan waren die Menschen verunsichert. Sie überlegten lange, ob sie überhaupt etwas erzählen sollten. Schließlich wussten sie nicht, ob sie all die komplizierten Regeln des Storytelling® beherrschten. Oft hinterfragten sie alles so sehr, dass sie gar nichts mehr erzählten.

Eines Tages aber lasen sie diesen Text (ein Puzzleteil meiner ironischen Rebellion gegen Wichtigtuerei). Und sie erinnerten sich wieder an die Regeln, die es seit Jahrtausenden gegeben hatte.

Methode Storytelling – Regel #1: Deine Geschichte muss zu Dir passen

Auch wenn die Realität ist, wie sie ist: Jeder Mensch erzählt sie auf seine Weise. (Manche erzählen sogar von einer alternativen Realität, aber das ist eine andere Geschichte.) Wenn die Leute Deiner Erzählung glauben sollen, musst Du glaubwürdig sein. Wenn Du also Nähkurse gibst, erzähl den Menschen nichts vom Pferd. Es sei denn, Du schreibst über Pferdmotive auf Stoffen.

Es stimmt: Es ist schon alles gesagt worden. Aber es wurde noch nie von Dir gesagt! Erzähle, was Du weißt. Erzähle – nach bestem Wissen und Gewissen – Deine Wahrheit, um anderen Menschen weiterzuhelfen.

Methode Storytelling – Regel #2: Deine Geschichte braucht eine Botschaft

Einmal erzählte jemand von einer Giraffe, die in Knieschonern Blumen goss. Dann war er fertig. Die Leute lachten kurz und gingen weiter.

Die besten Geschichten erklären ein universelles Phänomen anhand einer konkreten Situation. Deine Leser*innen fragen sich (unbewusst) immer: Warum erzählt sie mir das? Eine merkwürdige Giraffe weckt Aufmerksamkeit. Aber sie verpufft schnell (die Aufmerksamkeit, nicht die Giraffe), wenn die Merkwürdigkeit nichts bedeutet.

Methode Storytelling – Regel #3: Eine Geschichte ist konkret und weckt Emotionen

Zwei berühmte Brüder erzählten vor langer Zeit:

„Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah, dachte sie bei sich: Hätt‘ ich ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz an dem Rahmen!“

Menschen wollen sich was vorstellen – zum Beispiel, wie die Hauptperson Schneewittchen aussieht. Schreibe also nicht: „Meine Dienstleistung ist nützlich.“ Schreibe lieber, was das konkret bedeutet! Lerne ich durch Dein Ernährungscoaching, wie ich mich so munter esse, um leichtfüßig durch den Park zu springen, anstatt träge auf Bildschirme zu starren?

Was auch immer Du schreibst: Belasse es nicht bei einem abstrakten Begriff, sondern erzähle, was genau passiert. Schenke Deinen Leser*innen ein emotionsreiches Kopfkinoerlebnis.

Methode Storytelling – Regel #4: Eine Geschichte hat einen roten Faden

Es war einmal eine Trainerin, die sehr viel wusste. Aber eines wusste sie nicht: Wie sie den Menschen ihren Expertenstatus beweisen konnte. Eines Tages traf sie eine Schreibmentorin, die ihr beibrachte, mit Persönlichkeit über ihre Expertise zu schreiben. Fortan schrieb und veröffentlichte sie mit Leichtigkeit und Freude. Und ihre Zielgruppe nahm sie als renommierte Expertin wahr.

Storytelling ist eine Methode, die wir alle beherrschen. Denn wir tun „es“ jeden Tag: Geschichten erzählen. Hier verrate ich Dir die 4 wichtigsten Regeln, um in mitreißenden Geschichten Texte über Deine Expertise zu schreiben.

Die meisten Geschichten haben denselben Aufbau, der im besten Fall einen mitreißenden Spannungsbogen abbildet. Kleiner Fun-Fact am Rande: Ein Thema meiner Uni-Abschlussprüfung waren Märchen. Man kann sie alle tatsächlich, sehr mathematisch, in allgemeingültige Bestandteile zerlegen. Aber so kompliziert brauchen wir es uns nicht zu machen. Solange Du diese Elemente in der Geschichte unterbringst, hast Du astreines Storytelling geleistet:

  1. Ausgangssituation der Hauptfigur: Trainerin, die fachlich top ist.
  2. Problem: Nur wenige Menschen sehen, dass sie fachlich top ist.
  3. Lösung: Sie lernt, mit Persönlichkeit zu schreiben und veröffentlicht ihre Texte.
  4. Happy Ending: Ihre Zielgruppe genießt es, ihre Texte zu lesen, und erkennt sie als Expertin an.

Methode Storytelling: Informierst Du noch oder erzählst Du schon?

Wir alle erzählen Geschichten, immerzu, jederzeit. Um die Welt zu verstehen, um einander zu unterhalten, um zu lehren, um zu verkaufen. Das liegt in unserer Natur! Dafür brauchen wir keinen Fachbegriff. Wir tun es einfach.

Wenn wir Geschichten hören, behalten wir Informationen viel besser. Informationen sind der Tee, den Du niemals trocken essen würdest. Du kochst ihn in Wasser – den Geschichten – auf. Erst dann können wir das Getränk der Erkenntnis genießen.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Artikel einen inspirierenden Tee servieren.

Nutzt Du die Methode des Storytelling ganz selbstverständlich? Oder hast Du das Gefühl, Du brauchst noch mehr Wissen, um sie einzusetzen? Verrate es mir in den Kommentaren!

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Kommentare

2 Comments

  1. Hallo Anke,

    ein sehr schöner Text mit schönen kleinen Geschichten und guten Anregungen.

    Wenn ich so darüber nachdenke verwende ich das Storytelling eher weniger. Da ich wirklich das Gefühl habe zu wenig darüber zu wissen. Aber dein Text hat mit Mut gemacht es vielleicht doch mal zu versuchen.

    Nun muss ich mir überlegen wie ich es in meine Texte einbauen.

    Viele Grüße

    Björn

    Reply
    • Lieber Björn,

      dankeschön!

      Du kannst ja ganz simpel anfangen – wie unter Regel #4. Erstmal stichwortartig auflisten und dann ausschmücken 🙂

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Erzählen
      Anke

      Reply

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