Besser schreiben: 3 Tipps für Mutige (mit Weltretter-Gen)

Schreibstil verbessern

Immer besser schreiben – einfach, indem Du Dir 3 Tipps zu Herzen nimmst: Ich bin kein Fan von reißerischen Versprechungen. Aber dieser Blogartikel könnte Dein Schreiben revolutionieren.

Die Voraussetzung? Du bringst Zeit und Mut mit, um die Erkenntnisse einsickern zu lassen.

Besser schreiben in der Theorie: Darum klappt’s nicht

Besser schreiben kannst Du lernen. Ich verrate Dir: Was Schreiben wirklich bedeutet. Den Prozess, um interessanter zu schreiben. Bonus: 5 Fragen für Mutige. #indeinenworten

Mein Hirn freundet sich nur langsam mit dem Tag an. Nach dem Aufstehen schlurfe ich erstmal auf den Balkon und beobachte meine Pflanzen. Ihre Wachstumsgeschwindigkeit entspricht genau meiner morgendlichen Verfassung.

Dieses Ritual unterstützt meine Schreibroutine, denn es schaltet mich auf Empfang. Es hilft mir – so kitschig es auch klingen mag – mich mit mir und der Welt zu verbinden. Zu spüren, wie es mir heute geht. Zu erfühlen, welche Themen heute dran sind.

Aber: Ich muss aufpassen, dass ich da nicht hängen bleibe (buchstäblich – in meiner Hängematte). Oder mich auf andere Weise vor der Arbeit drücke. Wenn nämlich ein Text entstehen soll, gibt’s genug Möglichkeiten, das höchsteffizient zu verhindern:

  • Ich weiß nicht, was ich schreiben soll, deshalb recherchiere ich noch ein bisschen. (Daraus werden drei Stunden.)
  • Ich mache nur noch schnell die Buchhaltung, und danach schreibe ich drei Kapitel meines Buches. (Nee, ist klar. Danach habe ich einen Knoten im Hirn und kann nur noch voller Schuldgefühle durch Pinterest scrollen.)
  • Oder eben: Der Koriander auf meinem Balkon – den sollte ich noch ein bisschen entwirren, weil die Stängel sich verheddert haben. (Keine Ahnung, ob er das überhaupt mag, der arme Kerl.)

Hinter dem Prokrastinieren steckt natürlich etwas anderes:

Was auch immer der Grund ist – das Ergebnis ist dasselbe: ein entwirrter Koriander, kein Text.

Besser zu schreiben lernen wir nicht in der Theorie. Deshalb ist auch die wichtigste Voraussetzung, um besser zu schreiben: zu schreiben.

Verpass nicht den Moment, in dem Du Dich an Deinen Text setzen wolltest. Schreib regelmäßig.

Die Superkraft lebendiger Texte

Schreiben – jedenfalls das, worin ich Dich unterstützen möchte – bedeutet nicht: hinsetzen, irgendwas tippen, veröffentlichen.

Von diesen Texten gibt es genug. Und in ihnen ist alles schon gesagt worden.

Interessant wird’s, wenn Du es sagst, in Deinen Worten.

Um lebendig zu schreiben, brauchen wir Mut zu … Überraschung … Lebendigkeit. So verknüpfen wir unseren Schreibprozess mit unserem Leben und unserer Persönlichkeit.

Klammer auf für den Pathos-Teil:

Schreiben bedeutet, dass wir bewusst reflektieren. Ja, manchmal auch, uns die eigene Ohnmacht, etwas zu begreifen, einzugestehen. Es ist eine bahnbrechende Möglichkeit, unser Wissen mit anderen Menschen zu teilen und uns mit ihnen auszutauschen. Ihnen zu helfen und damit die Welt ein Stückchen besser zu machen.

 

Lebendige Texte, geschrieben in einer authentischen Schreibstimme, können Korsetts lockern und Glaubensstrukturen aufbrechen. Sie können scheinbar unverständliche Blickwinkel vermitteln, Konzepte infrage stellen, Obrigkeiten anzweifeln.

Ich möchte dazu beitragen, dass mehr Menschen diese Art Texte schreiben. Menschen mit Expert*innen-Wissen und Weltretter*innen-Gen. Und, ganz wichtig: Menschen, die Demokratie gut finden und die die Klimakrise ernst nehmen. 

Klammer zu für den Pathos-Teil.

Wie ich das mache? Zum Beispiel mit den folgenden 3 Tipps. Ich hoffe, sie helfen Dir, immer besser schreiben zu lernen.

Tipp 1: Verinnerliche, was Schreiben wirklich ist

Wenn wir das Schreiben vor uns herschieben und mit Zeitdruck einen lieblosen Text abtippen, haben wir eines vergessen:

Schreiben ist ein Prozess.

Klar, es ist auch eine Tätigkeit. Aber Tätigkeiten „erledigen“ wir normalerweise.

Fühlt sich eher als Pflicht an, oder? Konzipieren, tippen, überarbeiten.

Mich als kleinen Schreib-Nerd mögen diese Worte antörnen, aber auch nicht immer. Und ich vermute, dass sie Dich an die Schule erinnern. Erstelle eine Gliederung. Schreibe einen Aufsatz. Kontrolliere ihn auf Rechtschreibung und Grammatik.

Wenn Du am Schreibtisch sitzt und Text aus Dir herauspresst, hast Du im besten Fall einen „korrekten“ Text vorliegen (und ein bisschen Muskelkater vom Pressen). Häufig wird sich der Schreibstil hölzern lesen. Im schlimmsten Fall löschst Du die Datei und gibst dem Schreiben nie wieder eine Chance.

Begreife das Schreiben lieber als Prozess, der eng mit Deinem Leben und Deiner Persönlichkeit verknüpft ist. So kannst Du Dir leichter schlechte Texte „erlauben“ – denn der nächste gute Text kommt bestimmt. Und Du schenkst Dir Raum für Dich und Deine Gedanken. Auf lange Sicht wirst Du immer besser schreiben.

Wie Schreiben als Prozess aussehen kann, zeige ich Dir in den nächsten beiden Tipps:

  • Tipp 2: Deine Entwicklung als Schreibende*r, über Jahre hinweg.
  • Tipp 3: Deine Entwicklung als Schreibende*r im Alltag.

Tipp 2: Der langfristige Prozess, um interessanter zu schreiben

Warum Du immer „dasselbe“ schreibst

Du hast es sicher schon zig Mal gelesen: Dein Marketing braucht eine klare Botschaft.

Das, wofür Du stehst, solltest Du immer wieder wiederholen. Du beleuchtest Deine Botschaft von allen Seiten in Blogartikeln, Social Media Posts, vielleicht sogar in Deinem eigenen Buch.

Du wirst Dir vorkommen, als würdest Du immer wieder dasselbe schreiben. Und das ist auch so.

Die ersten Jahre.

Wie sich mutige Schreibende weiter entwickeln

Nach ein paar Jahren kann es passieren, dass Du Dich beim Schreiben langweilst. Keine Sorge, es geht nicht nur Dir so.

Auch erfolgreiche Autor*innen können sich um sich selbst drehen. Dann haben wir als Leser*innen das Gefühl, „haste ein Buch gelesen, kennste alle“.

Die Autorin Vivian Gornick beschreibt das Phänomen sehr treffend:

Die meisten Buchautor*innen haben nur eine Geschichte zu erzählen; es ist diejenige, die sich um ein Stück emotionaler Weisheit rankt, die der Autor oder die Autorin zu eigen gemacht hat. Wenn die Autor*innen gut sind in dem, was sie tun, vertieft sich die Geschichte mit jedem geschriebenen Buch. Wenn sie nicht so gut sind, wird sich die Geschichte einfach auf demselben Niveau wiederholen, auf dem sie ursprünglich entstanden ist.

Mit der Zeit wird sich das Werk besserer Autor*innen durch (…) gelebte Erfahrung bereichert anfühlen, während das Werk weniger guter Autor*innen immer reduzierter erscheinen wird. Ich halte diese Wahrheit für alle Autor*innen, von Belletristik wie von Sachbüchern, für offensichtlich.

→ zum Original auf Englisch

Ich geb’s zu: Oft habe ich diese Autor*innen belächelt: Warum ein zweites Buch schreiben, wenn es nichts Neues zu sagen gibt? Wer weiß, vielleicht war das Angebot des Verlags zu verlockend, vielleicht haben sich die Hardchore-Fans das gewünscht. Kann ich nicht beurteilen.

Es geht hier sowieso um mehr als den Erfolg eines zweiten Buches. Es geht um Mut.

Was Gornick beschreibt, können wir auf all unsere Texte anwenden. Auf unseren Schreib-Weg. Auf ein tägliches Ringen um Weiterentwicklung – als Schreibende, als Mensch.

Sogar auf ein Online-Business.

Case Study: Lass Deine Themen reifen (so war’s bei mir)

Bevor ich diesen Blog und dieses Business startete, war ich ausschließlich Autorin und Bildungsreferentin. Was lag näher als anderen zu helfen, ihre Schreibfähigkeiten zu verbessern?

Ich machte mir einen Redaktionsplan. Ich rechnete mit etwa zehn Blogartikeln, bevor mir die Themen ausgehen. Ich schrieb Artikel wie:

Doch dann passierte: die Praxis. Statt zu prokrastinieren, stellte ich mich meinen Ängsten, „nicht gut genug zu sein“ (nicht immer, aber oft). Ich befragte meine Leser*innen. Ich hörte meinen Kund*innen genau zu.

Kurz: Ich ging in die Tiefe.

Das veränderte auch meine Texte. Um nur ein Beispiel zu nennen: Inzwischen habe ich den Schreibblockade-Artikel komplett überarbeitet und erweitert. Der ursprüngliche Artikel macht nur noch einen Bruchteil des aktuellen aus.

Außerdem passierte etwas Unerwartetes.

Ich begann, Etabliertes zu hinterfragen und meinen Style zu entwickeln. Dann kamen diese Artikel heraus:

So positioniere ich mich immer weiter als Expertin. Aber nicht nur das. Ich zeige Haltung. Und mit Haltung schreiben wir interessant, unverwechselbar – schlicht: besser.

Und so schreibst auch Du interessanter:

  1. Du lernst das Handwerk des Schreibens. Die Basics bringe ich Dir gerne in meinem Kurs bei: Der Schreib-Code. Schneller zu Business-Texten in Deiner Schreibstimme
  2. Du schreibst regelmäßig. Ob es Blogposts oder Artikel in Fachzeitschriften sind, spielt keine Rolle. Hauptsache, Du schreibst und veröffentlichst. Falls Du Angst hast, lies dieses Buch: The War of Art von Steven Pressfield*. Es hat mir sehr geholfen.
  3. Du bist mutig. Du hörst aufmerksam zu, was Deine Zielgruppe zu sagen hat. Du spürst in Dich rein, wie das, „wie es halt in der Branche so läuft“, auf Dich wirkt. Du stellst Dich Deinen Blockaden.

Das ist das ganze Geheimnis 🙂

Tipp 3: Besser schreiben im Alltag – mit 5 Fragen für Mutige

1. Deine Erfahrung, auch die kleinste: Schenkst Du ihr Bedeutung?

Nur du lebst und arbeitest auf Deine Art. Klingt logisch, oder? Aber die wenigsten erlauben sich, diese Art wahrzunehmen. Genau herauszufinden, was sie ausmacht.

Noch weniger Menschen erlauben sich, diese Art anzuerkennen.

Aufs Schreiben übertragen bedeutet das: Wir dürfen unsere Erlebnisse wertschätzen. Und zwar so sehr, dass wir darüber schreiben.

Auch das kleinste Erlebnis kann anderen etwas beibringen oder sie unterhalten. (Ich entwirre Koriander. Und Du?)

2. Die unberechenbare Muse: Heißt Du sie willkommen?

Die Muse ist wie eine Katze, der Du nichts befehlen kannst. Meistens ignoriert sie Dich. Auf Wünsche und Bitten reagiert sie eher nicht.

Aber sie wird Dir garantiert – wenn Du es am wenigsten erwartest – schnurrend auf den Schoß springen.

Du musst sie nur bemerken (siehe Frage 1). Statt „noch schnell“ etwas anderes zu erledigen, lass Dich von ihr berühren – und schreib.

3. Kreativität: Wagst Du Neues?

Kreativität ist nicht dasselbe wie Inspiration.

Ohne Kreativität springt die Katze wieder von Deinem Schoß. „Da gibt’s nichts zu holen“, denkt sie sich.

Aber wenn Du ihr Deine Aufmerksamkeit schenkst, wird sie dich lieben. Und wiederkommen. Und Dich ihren Freundinnen empfehlen.

Kreativität beim Schreiben bedeutet:

  • Stell Fragen zu dem, was Dich inspiriert hat.
  • Verknüpfe Sachverhalte, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben.
  • Wage ungewöhnliche Formulierungen.

4. Begreifen: Gehst Du den Dingen auf den Grund?

Ständig strömen Informationen auf uns ein. Das heißt nicht, dass wir mehr verstehen.

Mehr denn je brauchen wir Raum, das Eigene zu kultivieren. Das geht ganz unspektakulär, ist aber eine der größten Herausforderungen unserer Zeit:

Langweile Dich.

Welche Fragen kommen auf? Welche Ideen? Such Antworten auf Deine Fragen. Recherchiere. Denk nach.

Was hast Du verstanden, das anderen helfen könnte?

5. Umsetzen: Dürfen Deine Worte aufs Papier?

Schreib Deine Antworten auf. Auf Deine Art. In Deinen Worten.

Ich wünsche Dir, dass Du jetzt zu Deinem Laptop stürzt, weil Du es kaum erwarten kannst.

Dass Deine Worte aus Dir herausfließen. Dass Du den Schreibflow spürst. Dass Du besser schreibst.

 

Die Welt gehört denen, die sie bewusst wahrnehmen. Und ihre Erkenntnisse mit anderen teilen. Was war das Mutigste, was Du geschrieben hast?

 

*Dieser Text enthält werbende Inhalte zu meiner Dienstleistung und/oder zu Dienstleistungen/Produkten, von denen ich überzeugt bin. Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind Werbe-Links. Ich erhalte eine Provision, wenn du darauf klickst und darüber einkaufst. Für dich verändert sich der Preis nicht. Mehr erfährst Du in meiner Datenschutzerklärung.

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Kommentare

8 Comments

  1. Vielen herzlichen Dank für diesen wunderschönen und inspirierenden Artikel, der sehr motivierend ist und viel Mut zum lebendigen Schreiben macht!

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    • Sehr gerne, liebe Karin! Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar, der wiederum mir Mut macht 🙂

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  2. Wundervoller Inhalt und ich liebe wie du schreibst

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    • <3, liebe Barbara!

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  3. Ein toller Artikel! Vor allem dieser Satz hat mich berührt: „Es ist ein Prozess, der eng mit Deinem Leben und Deiner Persönlichkeit verknüpft ist.“
    Was für eine schöne Sichtweise! Alles Liebe, Marlies

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    • 1000 Dank, liebe Marlies <3

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  4. danke für den schönen Artikel, ich finde ihn inspirierend – jetzt werde ich endlich „the war of art“ mal lesen, was seit über 1 Jahr hier in der Ecke liegt.

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    • Vielen Dank, liebe Kira. Man kann auch sehr gut immer wieder mal ins Buch reinlesen. Sehr motivierend!

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