Besser und schneller schreiben: Ein Schreibtipp, der Wunder wirkt

Schreibprozess, Schreibstil verbessern

Besser und schneller schreiben – einfach, indem Du eine einzige Sache verinnerlichst: Ich bin kein Fan von reißerischen Versprechungen. Aber dieser Schreibtipp könnte Dein Schreiben revolutionieren.

Die Voraussetzung? Du bringst ein bisschen Zeit mit, um die Erkenntnis einsickern zu lassen.

Besser und schneller schreiben – einfach, indem Du eine einzige Sache verinnerlichst? Dieser Schreibtipp könnte Dein Schreiben revolutionieren. #indeinenworten

Freie Zeiteinteilung ist mit das Beste an der Selbstständigkeit. Ich bin eine Nachteule, und mein Hirn freundet sich nur langsam mit dem Tag an. Nach dem Aufstehen schlurfe ich erstmal auf den Balkon und beobachte ausgiebig meine Pflanzen. Ihre Wachstumsgeschwindigkeit entspricht genau meiner morgendlichen Verfassung.

Dieses Ritual schaltet mich auf Empfang. Es hilft mir – so kitschig es auch klingen mag – mich mit mir und der Welt zu verbinden. Zu spüren, wie es mir heute geht. Zu erfühlen, welche Themen heute dran sind.

Gleichzeitig muss ich aufpassen, dass ich da nicht hängen bleibe (buchstäblich – in meiner Hängematte). Oder mich auf andere Weise vor der Arbeit drücke. Wenn nämlich ein Text entstehen soll, gibt’s genug Möglichkeiten, das höchsteffizient zu verhindern:

  • Ich weiß nicht, was ich schreiben soll, deshalb recherchiere ich noch ein bisschen. (Daraus werden drei Stunden.)
  • Ich mache nur noch schnell die Buchhaltung, und danach schreibe ich drei Kapitel meines Buches. (Nee, ist klar. Danach habe ich einen Knoten im Hirn und kann nur noch voller Schuldgefühle durch Pinterest scrollen und tun, als sei ich produktiv.)
  • Oder eben: Der Koriander auf meinem Balkon – den sollte ich noch ein bisschen entwirren, weil die Stängel sich verheddert haben. (Keine Ahnung, ob er das überhaupt mag, der arme Kerl.)

Dahinter steckt natürlich etwas anderes: Ich habe Angst, keine Zeit oder keine Lust. Und schnell wird aus dem bewussten Wachwerden ein zeitraubendes „Pflanzen-Perfektionieren“.

Wie Prokrastination und ein hölzerner Schreibstil zusammenhängen

Wenn wir das Schreiben vor uns herschieben und nach langem Hin und Her einen lieblosen Text abtippen, haben wir eines vergessen:

Das Schreiben ist ein Prozess.

Klar, es ist auch eine Tätigkeit. Aber Tätigkeiten „erledigen“ wir normalerweise.

Fühlt sich eher als Pflicht an, oder? Gliedern, tippen, überarbeiten.

Mich als kleinen Schreibfreak mögen diese Worte antörnen, aber auch nicht immer. Und ich vermute, dass sie Dich an die Schule erinnern. Erstelle eine Gliederung. Schreibe einen Aufsatz. Kontrolliere ihn auf Rechtschreibung und Grammatik.

Wenn Du am Schreibtisch sitzt und Text aus Dir herauspresst, hast Du im besten Fall einen normalen Text vorliegen (und ein bisschen Muskelkater vom Pressen). Im schlimmsten Fall löschst Du die Datei und gibst dem Schreiben nie wieder eine Chance.
Besser und schneller schreiben – einfach, indem Du eine einzige Sache verinnerlichst? Dieser Schreibtipp könnte Dein Schreiben revolutionieren. #indeinenworten

Besser schreiben: So entstehen lebendige Texte

Schreiben – jedenfalls das, worin ich Dich unterstützen möchte – bedeutet nicht: hinsetzen, irgendwas tippen, veröffentlichen.

Von diesen Texten gibt es schon genug. Und kein Mensch braucht sie.

Schreiben hat etwas Metaphysisches. Es ist ein Prozess, der eng mit Deinem Leben und Deiner Persönlichkeit verknüpft ist.

Klammer auf für den Pathos-Teil, der zu 100 Prozent meiner Überzeugung entspricht:

Schreiben bedeutet bewusstes Reflektieren. Ja, manchmal auch, sich die eigene Ohnmacht, etwas zu begreifen, einzugestehen. Es ist eine bahnbrechende Möglichkeit, Dein Wissen mit anderen Menschen zu teilen und in den Austausch mit ihnen zu gehen. Ihnen zu helfen und damit die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Lebendige Texte mit einer authentischen Schreibstimme können Korsetts schädigender Glaubensstrukturen aufbrechen. Sie können scheinbar unverständliche Blickwinkel vermitteln, Konzepte infrage stellen, Obrigkeiten anzweifeln.

Ich möchte dazu beitragen, dass mehr Menschen diese Art Texte schreiben. Menschen mit Expertenwissen und Weltretter-Gen.

Klammer zu für den Pathos-Teil.

Besser schreiben in 5 Phasen

Es ist alles schon gesagt worden? Mag sein. Aber nicht von Dir.

Und so schreibst Du Texte, die Dir wirklich wichtig sind. Und die andere Menschen mit Genuss und Erkenntnis lesen.

Phase 1: Deine Erfahrung mit der Welt

Nur du lebst und arbeitest auf Deine Art. Klingt logisch, oder? Aber die wenigsten erlauben sich, diese Art wahrzunehmen. Genau herauszufinden, was sie ausmacht.

Der nächste Schritt, der der Fortgeschrittenen: das Erlebte als mitteilenswerte Erfahrung wertzuschätzen. Auch das kleinste Erlebnis kann anderen etwas beibringen. (Vielleicht beobachtest Du keine Pflanzen beim Wachsen. Aber du weißt, worauf ich hinaus will.)

Phase 2: Inspiration aka Muse

Die Muse ist wie eine Katze, der Du nichts befehlen kannst. Sie registriert Dich in den seltensten Fällen, wenn Du ihr vom Schreibtisch aus einen Befehl erteilst.

Aber sie wird Dir garantiert – wenn Du es am wenigsten erwartest – schnurrend auf den Schoß springen.

Du musst es nur bemerken (siehe Phase 1).

Phase 3: Kreativität

Kreativität ist nicht dasselbe wie Inspiration.

Besser und schneller schreiben – einfach, indem Du eine einzige Sache verinnerlichst? Dieser Schreibtipp könnte Dein Schreiben revolutionieren. #indeinenworten

Ohne Kreativität springt die Katze wieder von Deinem Schoß. „Da gibt’s nichts zu holen“, denkt sie sich.

Wenn Du ihr aber Deine Aufmerksamkeit schenkst, wird sie dich lieben. Und wiederkommen. Und Dich ihren Freundinnen empfehlen.

Kreativität beim Schreiben bedeutet: Stelle Fragen zu dem, was Dich inspiriert hat. Knüpfe Verbindungen zwischen Sachverhalten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben.

Phase 4: Begreifen

Suche Antworten auf Deine Fragen. Recherchiere, denke nach. Was hast Du verstanden, das anderen helfen könnte?

Beantworte Deine Fragen. Auf Deine Art. In Deinen Worten.

Phase 5: Umsetzen

Anders als zuvor wirst Du jetzt zu Deinem Laptop stürzen und es nicht erwarten können, in die Tasten zu hauen.

Die Worte werden aus Dir herausfließen. Es wird schnell gehen. Es werden Deine Worte sein. Und Du wirst besser schreiben.

Du hast noch Angst?

Dieses Buch hat mir geholfen, trotz Angst ins Tun zu kommen: The War of Art von Steven Pressfield*. Ein Klassiker, zurecht.

Die Welt gehört denen, die sie bewusst wahrnehmen. Und ihre Erkenntnisse mit anderen teilen.

Verrätst Du mir in den Kommentaren, was Dir das „Schreiben“ bedeutet?

 

*Dieser Text enthält werbende Inhalte zu meiner Dienstleistung und/oder zu Dienstleistungen/Produkten, von denen ich überzeugt bin. Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind Werbe-Links. Ich erhalte eine Provision, wenn du darauf klickst und darüber einkaufst. Für dich verändert sich der Preis nicht. Mehr erfährst Du in meiner Datenschutzerklärung.

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Kommentare

6 Comments

  1. Wundervoller Inhalt und ich liebe wie du schreibst

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    • <3, liebe Barbara!

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  2. Ein toller Artikel! Vor allem dieser Satz hat mich berührt: „Es ist ein Prozess, der eng mit Deinem Leben und Deiner Persönlichkeit verknüpft ist.“
    Was für eine schöne Sichtweise! Alles Liebe, Marlies

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    • 1000 Dank, liebe Marlies <3

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  3. danke für den schönen Artikel, ich finde ihn inspirierend – jetzt werde ich endlich „the war of art“ mal lesen, was seit über 1 Jahr hier in der Ecke liegt.

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    • Vielen Dank, liebe Kira. Man kann auch sehr gut immer wieder mal ins Buch reinlesen. Sehr motivierend!

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