Wie schreibe ich mit KI – und behalte meine Schreibstimme?

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Dieser Artikel ist mit KI entstanden. Aber nicht so, wie Du (wahrscheinlich) denkst.

Ich zeige Dir differenzierte Schreibprozesse, um KI beim Schreiben zu nutzen – und trotzdem nach Dir zu klingen.

Was Du liest, sind ausschließlich meine Worte.

Das Wichtigste in Kürze

  • KI nutzt Du für Aufgaben rund ums Schreiben – nicht fürs Schreiben selbst.
  • KI kann Dir helfen beim Recherchieren, Strukturieren, Überarbeiten, Recycling, Korrektorat. Sie kann außerdem Informationstexte für Dich schreiben.
  • Erst Du, dann KI: Nur wer selbst schreibt, kann einschätzen, ob KI-Feedback taugt oder halluziniert.
  • KI ergänzt Deinen Schreibtyp. Wer leicht drauflosschreibt, lässt KI strukturieren. Wer sich mit dem Anfangen schwertut, lässt sie Aufhänger und Struktur liefern.
  • Gesparte Zeit steckst Du nicht in mehr Texte, sondern in bessere – und in ein Leben, über das sich zu schreiben lohnt.

2 Grundprinzipien beim Einsatz von KI

Prinzip 1: Erst Du, dann die KI

Den Antworten einer KI dürfen wir kritisch begegnen. Denn nicht immer verbessert KI einen Text. Deshalb müssen wir uns diese Fragen immer stellen:

Ist das KI-Feedback sinnvoll, hat sie halluziniert – und wenn ja, an welcher Stelle?

Um sie beantworten zu können, brauchen wir Textkompetenz. Und die erlangen wir nur, wenn wir selbst schreiben. Nur dann erfahren wir, was einen guten Text ausmacht.

Daher gilt immer: Erst selber denken, dann KI fragen.

Warum das so wichtig ist? KI schreiben zu lassen hat unerwünschte Nebenwirkungen.

Klar gerate ich in Versuchung, KI für banale Antworten zu nutzen. Klar mache ich das auch mal tatsächlich.

Aber ich versuche meistens, die Herausforderung anzunehmen und meine Neuronen einzusetzen. Denn, so paradox es klingt, glaube ich: je intelligenter KI, desto wertvoller mein Angebot rund um die eigene Schreibstimme.

Fazit: Denke und schreib selbst. Hol KI dazu, damit sie Dich unterstützt.

Prinzip 2: Berücksichtige beim Einsatz von KI Deinen Schreibtyp

Je besser wir uns selbst kennen, desto gezielter können wir KI einsetzen.

Frag Dich mal grundsätzlich: Schreibst Du lieber drauflos oder planst Du gerne?

Keine Sorge, es gibt auch Mischtypen. Wichtig ist, dass Du weißt, wie Du am leichtesten in den Schreibflow hüpfst.

Dann kannst Du KI so einsetzen, dass sie Dich ideal unterstützt. Und zwar so:

1. Draufloszuschreiben fällt Dir leicht, aber Du verlierst schnell den roten Faden.

Wahrscheinlich blubbern Geschichten und kreative Metaphern einfach aus Dir heraus.

Der Einsatz von KI: straffen, strukturieren, für Deine Lesenden in Form bringen.

So sieht’s aus: Lass alles zu und schreib drauflos – im Zweifelsfall direkt in den KI-Chat. Frag KI: Gibt es hier einen roten Faden? Kannst Du mir einen entwickeln?

Ich gehöre zu diesem Schreibtyp. KI hat mich schon oft positiv überrascht und mir mit einem simplen Impuls einen knallroten Faden gezeigt, den ich selbst nicht sehen konnte.

2. Es fällt Dir schwer, mit dem Schreiben anzufangen.

Gut möglich, dass Du in den Schreibflow kommst, sobald Du Dich an einer Struktur entlangschreiben kannst.

Der Einsatz von KI: Themen, Arbeitsfragen, Aufhänger vorschlagen und Struktur entwickeln.

So sieht’s aus: Frag KI, welche Arbeitsfrage Dich durch den Artikel leiten könnte. Entwickle mit ihr eine sogenannte Outline, um anschließend den Text selbst zu schreiben. Du wirst sehen, dass es Dir leichter fällt, sobald Du das große Ganze erkennst.

Fazit: Beobachte, wo im Schreibprozess Du hauptsächlich Hilfe von KI brauchen könntest. Setze sie gezielt ein.

Schreibmentorin Anke Ernst mit dem Laptop in der Hand

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Wofür kann ich KI beim Schreiben nutzen – und wofür nicht?

KI hilft Dir bei Aufgaben rund ums Schreiben:

  • recherchieren und Fakten überprüfen
  • verstehen, wie Deine Zielgruppe ihre Herausforderungen formuliert
  • Themen, Arbeitsfrage und roten Faden entwickeln
  • überarbeiten: kürzen, umformulieren, Lektorat, Korrektorat, Überschriften texten
  • Informationstexte schreiben (Einladungen, Produktbeschreibungen, FAQ)
  • Texte recyclen, z. B. aus einem Blogartikel mehrere Newsletter und Posts machen

Was KI nicht für Dich übernehmen sollte: das Schreiben selbst. Denn nur, wenn Du selbst schreibst, veröffentlichst Du Texte mit Haltung, rund um Deine Erfahrung, in Deiner Schreibstimme.

Einen neuen Text schreiben: KI als Hilfe im Schreibprozess

Zielgruppe verstehen und Themen finden

Fangfrage: Was ist beim Schreiben das Wichtigste für uns Soloselbständige?

Natürlich, die Verbindung zu unserer Zielperson.

Um sie kennenzulernen, können wir Zahlen auswerten und ahnen, wie wir idealerweise mit ihr in Kontakt treten. Wir können sie fragen, was sie braucht. Wir können uns in den sozialen Medien mit ihr unterhalten.

Und nun können wir KI beauftragen, für uns Mäuschen zu spielen. Wofür KI Minuten braucht, müssen wir selbst Stunden investieren.

Was ich genau meine?

Lass KI in Foren und Kommentarspalten recherchieren, wie Deine Zielperson frei Schnauze formuliert, was sie bewegt.

Denn es macht einen riesigen Unterschied, ob ich das Problem beschreibe, das ich löse, oder ob meine Zielperson das Problem beschreibt, das sie hat. Oft sind das unterschiedliche Formulierungen – aber auch ganze Ansätze.

Beispiele aus meinen Recherchen:

  • „Der Text klingt nicht nach mir.“
  • „Ich hinke ständig hinterher.“
  • „Meine Texte sind nie gut genug.“

Mit diesen Fragen könntest Du KI beauftragen:

  • Wie formuliert meine Zielperson ihr Problem?
  • Welche Fragen stellt sie häufig?
  • Welche ihrer Themen passen zu einem konkreten Angebot?

Tipp: Wähle die „Deep Search“-Option, um differenziertere Ergebnisse zu erhalten.

Recherchieren

KI erweitert und beschleunigt unsere Recherche. Hier ein Beispiel aus meiner Praxis als Autorin.

Meine Schreibkarriere begann als Kunstkritikerin. Ab und zu übernehme ich noch Aufträge aus der Branche, zum Beispiel schrieb ich für eine Stiftung das Porträt einer unterschätzten Künstlerin.

Dabei interviewte ich Zeitgenossinnen und Zeitgenossen. Ich wälzte Kataloge und besuchte Archive. Ich recherchierte im Internet.

Soweit, so klassisch.

Was ich außerdem gemacht habe: KI mit einer Deep Search beauftragt. Sie interpretiert die Suchanfrage selbständig, erstellt einen mehrstufigen Rechercheplan und durchsucht relevante Teile des Internets. Gründlich.

Das Ergebnis? Ein ausführlicher, gewichteter Bericht einschließlich Quellen. Zeitersparnis: ca. zwei Arbeitstage.

KI brachte mich auf eine interessante Spur im Getty-Archiv. Die Browser-Erweiterung Voilà (Werbung) beantwortete mir auf Basis der Seite all meine Fragen in verständlichem Deutsch und formulierte mir innerhalb einer Sekunde eine passende Anfrage ans Archiv auf Englisch.

Alle Quellen (einschließlich Audios von Interviews und die abfotografierten Zeitungsartikel einer ehemaligen Journalistin) lud ich in NotebookLM hoch. Auf Basis all dieser Informationen konnte ich mit dem Tool chatten. (Achtung: trotzdem immer überprüfen!)

Wichtig: Du musst nicht so arbeiten wie ich. Wir alle testen gerade die neuen Möglichkeiten mit KI. Wir alle haben unterschiedliche Arbeitsverhältnisse. Lass Dich inspirieren und probiere selbst, was Dich effizienter macht.

Arbeitsfrage und roten Faden finden

Auf Basis Deiner Recherche kannst Du zusammen mit KI eine Struktur für Deinen Artikel entwickeln. Für den berühmten roten Faden brauchst Du:

  • Die Arbeitsfrage: Die entwickeln wir intern für uns, damit sie uns durch den Text leitet. Beispiel: Wie löse ich eine Schreibblockade?
  • Den Aufhänger: Er ist das, womit wir unsere Zielperson locken. Dieselbe Arbeitsfrage kann viele Aufhänger haben. Hier drei Beispiele:
    „Ich habe monatelang nicht geschrieben. Das habe ich gelernt“
    „9 Tipps, wie Du Deine Schreibblockade löst“
    „Von der Blockade zum Flow: eine Anleitung in 3 Schritten“

Sammle eigene Ideen und bitte KI dann um Vorschläge. Spiel ein bisschen Pingpong mit ihr.

Tipp: KI hilft uns auch dabei, unser Thema zu validieren. Damit gehst Du sicher, dass der Artikel für Dein Business arbeitet und von den passenden Menschen gesucht wird. Frag sie: „Das ist meine Customer Journey, das ist mein Produkt. Führt die Beantwortung dieser Arbeitsfrage dorthin?“

Schreiben: Bitte ohne KI!

In dieser Schreibphase entsteht der Rohtext.

Grundsätzlich gilt: Schreib ihn selbst. Das hilft Dir, das Thema besser zu verstehen. Außerdem klingt der Text von Anfang an nach Dir.

Mit „Schreiben“ meine ich übrigens nicht unbedingt „tippen“. Denn Du kannst Deinen Rohtext genauso gut aufnehmen und von KI transkribieren lassen.

Was aber sehr, sehr wichtig ist: Du produzierst ihn selbst. Schreib über Deine Expertise, über Deine Erfahrung. Schreib in Deinen Worten.

Für diesen Artikel habe ich zum Beispiel eigene transkribierte Vorträge genutzt. (Wie genau der Prozess zu diesem veröffentlichten Artikel aussah, zeige ich Dir am Ende.) So konnte ich sichergehen, dass der Artikel aus meinen Worten besteht und sich kein AI Slop einschleicht.

Tipp: Wenn Dir der Anfang schwerfällt, hilft Freewriting: Schreib zehn Minuten, ohne zu korrigieren. Zum Beispiel zu der Frage: „Was blockiert mich gerade?“ So springst Du in den Schreibflow und kannst von dort aus direkt weiterschreiben.

Überarbeiten: KI als Redakteurin nutzen

Wie toll ist das bitte, dass wir Soloselbständigen auf einmal eine assistierende Redakteurin haben?

So unterstützt sie Dich:

Fakten überprüfen: Kopiere einen Abschnitt in den Chat einer KI-gestützten Suchmaschine. Frag, ob die Aussagen korrekt sind. KI liefert Dir Quellen an, in die Du selbst noch einmal hineinschauen kannst.

Lektorat: Ich habe mir einen ausführlichen Lektorat-Skill erstellt. Der nimmt mir einen Text richtig auseinander: Stimmt der rote Faden? Verliere ich hier die Leser*innen, weil die Passage zu lang ist? Wo sind Füllwörter? Aber auch ein einfacher Prompt kann viel bewirken:

Du bist meine Lektorin. Prüfe den Text auf eine kohärente Struktur (führe ich die Lesenden von A nach B?), Phrasen und Füllwörter. Stell Rückfragen, statt selbst umzuformulieren.

Kürzen: Kürzen macht fast jeden Text besser. Denn je prägnanter wir schreiben, desto eher werden wir gelesen. Lass KI Deinen Text abklopfen:

Wo schweife ich vom Thema ab? Wo wiederhole ich mich?

Überschriften finden: Wenn Deine Überschrift nicht funktioniert, wird der Artikel nicht gelesen, so gut er auch sein mag. Frag KI:

Das ist mein Text, das ist mein Aufhänger. Diesen Nutzen möchte ich den Lesenden vermitteln. Leistet der Text das? Wenn ja, schlag mir 5 Überschriften vor, die neugierig machen, ohne reißerisch zu sein.

Korrektorat: Auch für diesen Schritt habe ich mir einen aufwändigen Skill gebaut. Aber auch so kann KI Deinen Text auf Rechtschreibung und Grammatik überprüfen. Zwei Tipps:

  1. Frag auch nach Bezügen und Wortwiederholungen. Die übersieht eine reine Korrektur meistens.
  2. Bleib Deiner Schreibstimme treu. Ein Tool wird Dir wahrscheinlich empfehlen, Füllwörter zu löschen. Behalte sie bei, wenn sie zu Dir passen. Du sollst nicht standardisiert klingen, sondern wie Du.

Texten mit KI: 2 Sonderfälle, bei denen Dich KI mehr unterstützt

Informationstexte: KI vermittelt Infos vollständig und verständlich

Du hast es wahrscheinlich gemerkt: Ich liebe das Schreiben. Mit einer Ausnahme. Und die gebe ich zu großen Teilen an KI ab.

Aber von vorn.

Ich unterscheide zwischen drei Textzielen:

  • Überzeugen: Dein Text will Perspektiven oder Verhalten verändern. Am Ende fordert er zu einer Handlung auf. Beispiele: Verkaufstexte, Angebots-Mails.
  • Unterhalten: Dein Text verbindet Dich mit Deiner Zielperson. Du begeisterst, amüsierst, inspirierst. Beispiel: Social-Media-Posts.
  • Informieren: Dein Text vermittelt Informationen, klar und vollständig. Deine Schreibstimme tritt in den Hintergrund. Beispiele: Einladungen, Anleitungen, FAQ.

(Mehr dazu liest Du in meinem Schreibratgeber Einfach können – GUTE TEXTE, Dudenverlag.)

Die sogenannten Informationstexte finde ich ziemlich langweilig zu schreiben. Da geht’s weniger um Persönlichkeit als um Klarheit und Vollständigkeit.

Bei Webinar-Einladungen habe ich oft Infos vergessen, zum Beispiel den Link oder die Uhrzeit. Kommt nicht so gut 🙂

Ich liebe KI dafür, dass ich so etwas in den Chat geben kann: „Mein Webinar heißt so und so, hier sind alle Infos. Schreib mir eine kurze Einladung. Brauchst Du noch weitere Informationen? Was fehlt?“

Den KI-Entwurf überarbeite ich dann mit frischem Kopf, am besten einen Tag später.

Recycling: Lange Texte wie Blogartikel wiederverwenden

Das Schöne an durchdachten, selbstgeschriebenen Artikeln ist auch, dass Du gleichzeitig viele kürzere geschrieben hast.

Anders formuliert: Du kannst Artikel recyceln. KI unterstützt Dich dabei.

Ein Beispiel, wie Du aus einem Blogartikel gute Newsletter machst:

  1. Lade Deinen Blogartikel im Markdown-Format (kann KI besonders gut lesen) herunter.
  2. Lade das Dokument in den Chat.
  3. Für Fortgeschrittene: Gib Kontextdateien und Newsletter-Templates mit. Vielleicht hast Du ja auch schon einen Skill oder Gem für Deine Newsletter gebaut?
  4. Prompt: „Schlag mir auf Basis dieses Artikels 5 Aufhänger für einen Newsletter vor. Der Newsletter hat [Vertrauen aufbauen / Kennenlern-Gespräch buchen / …] zum Ziel. Verwende möglichst meine eigenen Formulierungen.“
  5. Wähle einen Aufhänger aus. Falls keiner dabei ist, gib KI Feedback zu ihren Vorschlägen und frag nach neuen Ideen.
  6. Prompt: „Ich nehme Aufhänger Nr. 4. Generiere mir den Entwurf für meinen Newsletter. Nutze nur meine Formulierungen. Du darfst Übergänge glätten. Wenn Du selbst formulierst, markiere es mit [KI].“

Für einen Newsletter brauche ich ohne KI normalerweise eine Stunde. Mit diesem KI-Prozess schaffe ich es in 20 bis 30 Minuten.

Disclaimer: Den Text, den KI aus meinem generiert, kopiere ich meistens in mein Dokument und schreibe ihn entlang der Struktur komplett neu. Ich weiß, klingt umständlich. Aber Schreiben ist nun mal mein Beruf.

Wenn Du etwas anderes anbietest als Texte und Deinen Artikel selbst geschrieben hast, kannst Du entspannt den von KI generierten Entwurf leicht überarbeiten und veröffentlichen.

Tipp: Lass den Text einen Tag liegen, damit Du mit wachen Augen draufschaust.

KI hilft uns: Was machen wir mit der gesparten Zeit?

Meine Oma zog fünf Kinder groß, pflegte einen Nutzgarten, der die gesamte Familie ernährte, und hatte keine Waschmaschine.

Eigentlich müsste ich viel Zeit haben, mit meiner Familie im Park zu liegen und die Wolken zu beobachten. Stattdessen springen die To-Dos wie Flöhe auf meine Liste. Und die neudeutsche Quality Time verschiebt sich stets auf „morgen“.

Warum?

Dröseln wir das an diesem Beispiel auseinander: die Frankfurter Küche. (Das hast Du nicht kommen sehen, oder?)

In den 1920ern „mussten“ auch Frauen arbeiten – und sich um die Kinder kümmern und den Haushalt führen. Letzteres sollte also so schnell wie möglich passieren. Die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky erfand die Einbauküche.

Inmitten von knapp 6,5 Quadratmetern saß die Hausfrau auf einem höhenverstellbaren Stuhl. Alles war in Reichweite. So konnte sie jeden Arbeitsschritt aufs Effizienteste erledigen. Eine Arbeitserleichterung? Definitiv.

Aber die sogenannte Frankfurter Küche löste die Wohnküche auf. Dort hatte sich zuvor die Familie getroffen, zum Kochen, Essen, Beisammensein. Heute gibt es überall Einbauküchen. Trotzdem hetzen wir ständig einem Feierabend-Ideal hinterher.

Das Universum mag kein Vakuum. Und wenn wir uns nicht aktiv entscheiden, füllt sich unsere Zeit von allein.

Wenn ich Neues über KI lerne, denke ich an dieses Beispiel. Es hilft mir, zwei Grundsatzfragen im Blick zu behalten und bewusste Entscheidungen zu treffen.

1. Frage: Übernimmt KI eine Tätigkeit, die ich abgeben möchte – oder will ich das lieber selbst machen?

Entscheidung: Behalte das, was Dir Freude bereitet.

2. Frage: Wenn KI etwas übernimmt: Was mache ich mit der gewonnenen Zeit?

Entscheidung: eine Küchenparty organisieren, schreiben, spazieren gehen.

Kurz: leben.

Denn ein interessantes Leben führt zu interessanten Texten.

Deine Schreibstimme ist die Grundlage für alles – von der ersten Idee bis zum veröffentlichungsreifen Text.

In meinem Schreibkurs zeige ich Dir, wie Du Dich freischreibst und KI nutzt, um sie zu stärken.

 

Fazit: Du schreibst, KI unterstützt den Schreibprozess

KI schreibt nicht für Dich. Sie unterstützt Dich bei Aufgaben rund um das Schreiben selbst: Sie recherchiert, prüft, kürzt, formatiert.

Du denkst, schreibst und entscheidest.

So veröffentlichst Du Texte in Deiner Schreibstimme, mit Deiner Erfahrung.

Und die Zeit, die Du sparst? Steckst Du nicht in mehr, sondern in bessere Texte. Heißt auch: Du lebst ein Leben, das für interessante Texte sorgt.

So ist dieser Artikel entstanden

Ich hab Dir versprochen, Dir zu zeigen, wie dieser Artikel entstanden ist. Hier der Prozess:

  1. Rohmaterial gesammelt: Transkripte meiner Vorträge und eines Podcasts, ein alter Blogentwurf, das Handout für einen Vortrag. Alles habe ich selbst geschrieben, gesprochen, erdacht.
  2. Suchintention mithilfe von KI geklärt, passende Keywords recherchiert: Wonach suchen meine Leser*innen wirklich? Wie kann sich dieser Artikel von meinen bestehenden abgrenzen? Wie vermeide ich, in die Kategorie „Texte von KI schreiben lassen“ zu rutschen (nach der offenbar die meisten Menschen suchen)?
  3. Aufhänger und roten Faden entwickelt: Aus meinem Rohmaterial im Pingpong mit KI mögliche Aufhänger destilliert. Der finale Aufhänger („Dieser Artikel ist mit KI entstanden. Aber nicht so, wie Du (wahrscheinlich) denkst.“) stammt übrigens von mir. Die Struktur des Artikels entstand im Sparring mit KI.
  4. Rohmaterial unter die passenden Überschriften einsortiert: KI verändert Texte oft eigenständig. Deshalb habe ich darauf bestanden, dass sie mein Rohmaterial nur unverändert in die Struktur kopiert.
  5. Lücken und Übergänge getextet: Wie eine Redakteurin hat KI aufgezeigt, wo etwas fehlt. Ich habe neue Abschnitte geschrieben, Passagen aus dem Rohmaterial umformuliert und zusammengefasst und Übergänge getextet.
  6. Überarbeitet: KI hat mir gezeigt, wo der Text nicht kohärent war und wo ich abschweife.
  7. Metatexte verfasst: Auf Basis des Artikels hat KI mir Vorschläge für den Title Tag, Metatext, „Das Wichtigste in Kürze“ und die FAQ gemacht. Ich musste nur leicht überarbeiten.
  8. Lektorat und Korrektorat: Meine Skills haben den Text nochmals unter die Lupe genommen. Die Korrekturvorschläge habe ich selbst eingearbeitet.
  9. Formatiert: Mein WordPress-Skill hat mir aus dem finalen Text als HTML ausgegeben. Eingepflegt habe ich alles selbst (obwohl mir das eine KI sicher auch abnehmen könnte, aber so weit bin ich noch nicht).

Klingt aufwändig? Ist es auch.

Aber vergiss nicht: Ich mache das beruflich. Du kannst klein anfangen und eine Aufgabe an KI abgeben. Am besten die, die Du am wenigsten magst.

Was übernimmt KI für Dich? Wo möchtest Du sie (nicht) einsetzen? Verrate es uns in den Kommentaren. 

KI beim Schreiben nutzen: Häufige Fragen

Klingt ein KI-Text nach mir?

Nein, er klingt generisch. Weil KI genau das macht: die wahrscheinlichsten Wörter aneinanderreihen und den Status quo wiedergeben. Deine Erfahrung, Deine Meinung und Deine Schreibstimme fehlen.

Ein Text klingt erst dann nach Dir, wenn Du selbst schreibst und KI Dich bei den Aufgaben rund ums Schreiben unterstützt.

Wie kann ich KI beim Texten sinnvoll nutzen, ohne meine Persönlichkeit und Qualität zu verlieren?

Indem Du selbst denkst und schreibst. KI kann Dir helfen beim Recherchieren, Strukturieren, Überarbeiten, Recycling, Korrektorat. Sie kann außerdem Informationstexte für Dich schreiben.

Wichtig: Nur wer selbst schreibt, lernt einzuschätzen, ob das KI-Feedback sinnvoll ist.

Wie nutzt Du KI so, dass Texte nicht nur gut, sondern auch einzigartig und lesenswert sind?

Ich schreibe meine Texte selbst. Sie enthalten meine Erfahrung, meine Meinung und meine Schreibstimme. KI nutze ich als Redakteurin: Sie recherchiert, prüft Fakten, kürzt und gibt Feedback im Rahmen von Lektorat und Korrektorat.

So bleibt mein Text einzigartig und gut lesbar.

Sind KI-geschriebene Texte eine gute Erweiterung fürs Online-Marketing? Oder macht man sich damit alles kaputt?

Kommt aufs Textziel an. Reine Informationstexte – Einladungen, Produktbeschreibungen, FAQ – darf KI für Dich texten. Texte, mit denen Du überzeugen und Dich mit Deiner Zielperson verbinden willst, solltest Du immer selbst schreiben. Du kannst Dich rund um den Schreibprozess von KI unterstützen lassen. Lässt Du sie aber Texte generieren, klingen sie austauschbar.

Denk dran: Vertrauen ist schwer aufzubauen, und leicht zu verlieren.

Wie erstelle ich professionelle Marketing-Texte mit KI?

Entscheide zuerst über das Textziel:

Informieren (Einladung, Produktbeschreibung, FAQ): KI darf den Entwurf liefern. Du schleifst fein.

Überzeugen oder unterhalten:

  1. KI hilft Dir bei der Recherche: Zielgruppe besser kennenlernen, Arbeitsfrage definieren, den roten Faden klären.
  2. Du schreibst den Text selbst.
  3. KI überarbeitet als Redakteurin: Fakten prüfen, kürzen, Korrektorat.

Aus einem starken Text machst Du anschließend Newsletter und Social-Media-Posts. Grundlage sind Deine eigenen Formulierungen. So bleiben Deine Marketing-Texte professionell – und klingen nach Dir.

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Anke Ernst

Hi, ich bin Anke!

Schreibmentorin, Duden-Autorin und zertifizierte Bildungsreferentin.

Seit 2015 unterstütze ich Soloselbständige und andere Expert*innen dabei, ihre Schreibstimme zu aktivieren und strategisch sichtbar zu werden. Ich glaube an Texte, die die Welt (und Dein Business) ein bisschen besser machen.

In meinem wöchentlichen Newsletter teile ich praktische Schreibtipps (ja, auch mit KI) und inspirierende Einblicke in meinen Autorinnen-Alltag.

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